Wissen Sie woran ich mich vor allem erinnere, wenn ich an die 80er Jahre denke? Jeder, den ich sah hatte Haar Übergewicht. Sogar Leute
mit dünnem Haar schafften es irgendwie das Haar gross und dick zu frisieren, entweder sie toupierten, hatten eine Volumen Dauerwelle
oder sogar Haarteile. Fotos von Farah Fawcett’s Frisuren waren auf fast jedem Titel der Magazine im Kiosk und jeder blieb zuhause vorm
Fernseher wenn Charlie’s Angels lief. Eine Löwenmähne war der begehrte Look. Frauen umrahmten ihre Gesichter und bedeckten ihre Nacken
mit Haar und noch mehr Haar, das auf die Schultern und weit darüber hinaus fiel.
Diejenigen, die einen etwas professionelleren Look wünschten, zog es nicht zur Höhle des Löwen um nach grossem Haar zu suchen. Die
kurzen Schnitte der 80er Jahre waren ein wahrer Anblick und schweben immer noch in Technicolor Erinnerungen derer, die diese
Kreationen live gesehen haben. Die Rasierapparate wurden in vielerlei Art eingesetzt, wie zum Beispiel bei den kurz geschorenen
Nackenpartien. Einige Nackenlinien wurden eine einem Bogen geschnitten, mit einem spitzen Punkt an jeder Seite des Genicks. Dieses
Design war besonders einfach, wenn der Kunde eine gerade Nackenlinie und glattes Haar hatte. Es war nicht einfach wenn sie einen
unregelmässigen Nacken und eine Naturwelle hatte und lassen Sie mich ihnen erzählen, dass es immer Kunden gab, die diese Frisur
haben wollten wobei ihr Haar wirklich nicht dafür geeignet war. Der Oberkopf war recht bauschig und wurde im Idealfall auf rund 6
cm Länge geschnitten. Höhe war im Deckhaar sehr wichtig. Viele Damen halten diese Form immer noch für erstrebenswert, damit sie,
wenn sie in den Spiegel schauen, im Profil diesen perfekt runden Kopf sehen können. Die Wünsche bezüglich der Form des Pony waren
etwas mehr unterschiedlich. Manchmal sollten es dünne, leicht bauschige Ponys sein, die zur Mitte der Augenbraue reichten. Ein
anderes Mal sah man einen Pony als die längste Partie am ganzen Kopf, die bis über die Nase und sogar weiter reichte. Alles stand in
perfekter Formation, da das Deckhaar und der Oberkopf ja genug Volumen hatten. Wenn der Schnitt einen langen Pony hatte, sah man
normalerweise die Seiten sehr knapp um die Ohren herum gestutzt. Es gab auch einige Frisuren, bei denen das Haar die Hälfte der
Ohren abdeckte und es konnte entweder ins Gesicht oder zurück gekämmt werden, wo die kurzen Stufen gut zum Schnitt im Nacken passten.
Diese Frisuren waren sehr schick und brachten alle Ohrringe ganz wunderbar zur Geltung.
Die kurzen Schnitte der 80er sollten wirklich ein Comeback haben. Damals entstand der Begriff „Ausfedern“. Und noch einmal können wir
Farah für ihren gefederten Look danken. Es ging von langem Haar zu kurzem und dann zu extra kurzem Haar und wir waren immer noch am
Federn. Alles wurde gefedert und das ist das Wort, das wir quer durch die 80er in jedem Salon hörten. Um ihnen ein gutes Beispiel
einer typischen Konversation mit einer jungen Kundin zu geben, die einen gefederten Schnitt wünscht, lesen Sie hier weiter:
Friseur: (freundlich lächelnd) „Hallo Liebes, wie geht es dir heue und was kann ich für dich tun?“
Kundin: (schaut ängstlich): „Weisst du wie man ausfedert? Ich möchte mein Haar durch und durch gefedert haben.“
Friseur: „Ok, wieviel soll ich denn abschneiden?“
Kundin: „Ich bin mir noch nicht sicher.“
Friseur: (hält eine Haarsträhne hoch) „Vielleicht so viel?“
Kundin: (erschrocken) „Nein, bloss nicht so viel.“