Dauerwellen

Unser Haar:
Unser Haar besteht aus Protein. Jedes einzelne Haar hat einen Kortex in der Mitte, der aus Proteinen in einer Kette entlang des Haarschafts besteht. Diese Proteine, oder Polypeptide, werden von Verbindungspeptiden zusammengehalten, die dem Haar seine Kraft geben.
Die ersten beiden sind schwächer als die Disulfidverbindungen, aber es existieren mehr davon, und insgesamt macht jede Art von Verbindungsfaser etwa ein Drittel der Stärke der Lockigkeit des Haares aus. Die Disulfidverbindungen sind diejenigen Verbindungsfasern, die bei einer Dauerwelle durch chemische Einwirkung verändert werden.
Der Kortex und die Medulla sind in einer letzten Schicht eingeschlossen, einer schützenden Ummantelung – dem Haarschaft. Der Haarschaft ist aus kleinen, sich überlappenden Keratinschuppen zusammengesetzt (demselben Material, aus dem Finger- und Zehennägel bestehen). Der Haarschaft schützt das Haar vor schädlichen Umwelteinflüssen.
Manche Leute haben einen eng verschlossenen Haarschaft, bei anderen ist er leicht aufgerichtet. Die Beschaffenheit des Haarschafts bestimmt, wie leicht das Haar Feuchtigkeit absorbiert und wie kraus oder „frizzy“ es erscheint.

Wir verändern die Struktur unseres Haares indem wir es locken, für gewöhnlich mit einer Art Lockenwickler. Die Veränderung funktioniert, weil wir die Struktur der seitlichen Verbindungsfasern des Haares verändern. Die oben erwähnten Salz- und Hydrogenverbindungen werden durch Wasser und Hitzeeinwirkung leicht gebrochen. Das Haar also zu waschen oder nass zu machen, auf Lockenwickler aufzudrehen und trocknen zu lassen (oder einen Lockenstab zu verwenden), erlaubt uns, auch vormals glatte Haare zu locken.
Wenn das Haar trocknet und sich abkühlt, formen sich die Salz- und Hydrogenverbindungsfasern neu. Die Locken, die auf diese Weise entstehen, halten nur, bis das Haar wieder nass wird. Glätteisen wirken auf die gleiche Art und Weise, indem sie die Locken „ausbügeln“ und das Haar glätten.
Dauerwellen:
Im Dauerwellprozess warden chemische Stoffe benutzt, um die stärkeren Disulfidverbindungsfasern im Haar zu brechen und umzugestalten. Wenn das Haar im nassen Zustand auf den Dauerwellenwickler gedreht wird (die Größe der Wicklerr bestimmt die Größe und Form der Locke) befindet es sich bereits in der Form, die es später annehmen soll. Dann wird die alkalische Dauerwellenlotion (heutzutage meistens Ammoniumthioglykolat) aufgetragen, um den Haarschaft aufzurichten und die Disulfidverbindungsfasern zu zu brechen, die die natürliche Haarstruktur zusammenhalten.

Nach Einwirken des Festigers wird dieser ausgespült, die Wickler entfernt und das Haar nochmals gründlich durchgespült. Jetzt kann es nach Belieben frisiert werden.
Vielleicht ist Ihr Haar sehr glatt (oder auch sehr lockig) und Sie wünschen sich mehr Volumen und Bewegung. Eine Dauerwelle kann Ihr Haar dichter und voluminöser machen und es manchmal so erscheinen lassen, als hätten Sie wesentlich mehr Haare. Vielleicht wollen Sie auch nur in der Lage sein, Ihr Haar vielseitiger zu stylen. All dies sind stichhaltige Argumente für eine Dauerwelle. Sie können von einer Dauerwelle profitieren, wenn Sie wissen, wie Sie dauergewelltes Haar richtig pflegen.
Pflege für dauergewelltes Haar & ein Dauerwellenmythos:
Mythos: Frisch dauergewelltes Haar darf nicht gewaschen werden.
Zu diesem Thema gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Manche Friseure empfehlen, mindestens 24 Stunden nach der Dauerwelle mit dem Waschen zu warten, manche bestehen auf mindestens 3 Tage. Entegen der These, die im Film "Natürlich blond!" aufgestellt wurde, riskieren Sie nicht, dass „Ammoniumthioglykolat durch Wassereinwirkung innerhalb von 48 Stunden deaktiviert“ wird. Die Dauerwellenlotion hat bereits das ihrige getan und wurde anschliessend neutralisiert, wenn der Prozess korrekt durchgeführt worden ist.
Wie dem auch sein, das Haar dauerzuwellen ist ein extremer chemischer Prozess, und Sie sollten auf die Warnhinweise Ihrer Haare achten. Es ist nie verkehrt, das Haar nach einer solchen Prozedur zu schonen. Beacheten Sie, dass die alkalische Lotion den Haarschaft porös gemacht hat und sich das Haar trockener und rauer anfühlen wird. Benutzen Sie deshalb einen guten Conditioner und ein mildes Shampoo. PH-neutrale Spülungen und Shampoos sind von vielen Firmen erhältlich, und Ihr Friseur berät Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Pflege.

Bei Dauerwellen sollten Sie außerdem beachten (besonders wenn Ihr Haar coloriert ist) dass Dauerwellen das Haar aufhellen können. Einer der Hauptinhaltsstoffe im neutralisierenden Festiger ist in der Regel Wasserstoffperoxid, das für aufhellende, dauerhafte Colorationen verwendet wird. Durch den Dauerwellprozess wird der Haarschaft ohnehin aufgeraut, und das Wasserstoffperoxid kann so leicht in den Haarschaft eindringen und die Farbe verändern – auch wenn die Konzentration wesentlich schwächer ist als in einer dauerhaften Coloration.
Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Haar erst dauerwellen, dann färben! Anderfalls riskieren Sie, dass die Haarfarbe verblasst und/oder heller wird. Fragen Sie Ihren Friseur, wie lange Sie mit dem Färben nach der Dauerwelle warten sollten, und ob Ihr Haar in der Verfassung ist, einen weiteren chemischen Prozess mitzumachen.
Hoffentlich fühlen Sie sich nach diesem Artikel gut informiert über Dauerwellen und wie Sie Ihr Haar am besten pflegen. Schließlich wollen Sie so gut wie möglich aussehen – und schönes Haar ist immer ein Blickfang.
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