Allergische Hautreaktionen

A: Es gibt praktisch immer jemanden, der auf einen bestimmten Inhaltsstoff in einer beliebigen Haarfarbe allergisch reagiert. Genau deshalb solltest du vor jeder Anwendung einer permanenten Koloration oder Oxidationshaarfarbe unbedingt einen Hautverträglichkeitstest durchführen.
Natürliche Alternativen
Zu den Anbietern natürlicher Haarfarben gehört beispielsweise Cosval mit der Sanotint-Linie sowie EcoColors mit einer eigenen Farbpalette auf Basis natürlich gewonnener Inhaltsstoffe. Diese Produkte richten sich an alle, die eine schonende Alternative zu klassischen permanenten Kolorationen suchen, und können eine sehr gute Wahl sein, wenn deine Kopfhaut auf Standardrezepturen empfindlich oder gereizt reagiert.Verlass dich aber nie allein auf Marketingbegriffe wie „natürlich“, „bio“ oder „sanft“, sondern prüfe immer die Inhaltsstoffliste. Selbst Produkte mit pflanzlichen Extrakten können chemische Konservierungsmittel (wie Parabene oder Methylisothiazolinon), Duftstoffe oder sekundäre Farbstoffe enthalten, die bei sensibler Haut Reaktionen hervorrufen können.
Vorsicht ist auch bei kommerziell angebotenem „Schwarzem Henna“ geboten. Im Gegensatz zu 100 % reinem Pflanzenhenna enthält schwarzes Henna häufig versteckte, hohe Konzentrationen synthetischer Zusatzstoffe wie PPD, um den Farbton schnell und intensiv abzudunkeln. Solche Zusätze können schwere Kontaktdermatitiden und Hautallergien auslösen. Wenn du die Verpackung aufmerksam liest, kannst du gezielt Inhaltsstoffe meiden, von denen du bereits weißt, dass du auf sie allergisch reagierst.

PPD verstehen
Einer der häufigsten Auslöser für allergische Reaktionen auf permanente Kolorationen ist der Farbstoff Para-Phenylendiamin (PPD). Wenn nach dem Färben allergische Symptome auftreten, steckt meist PPD oder ein vergleichbarer chemischer Farbstoffbaustein dahinter.Beachte dabei: Manche „PPD-freien“ Haarfarben ersetzen PPD durch verwandte Verbindungen wie Para-Toluylendiaminsulfat (PTDS) oder PTD. Da diese Chemikalien eine sehr ähnliche Molekularstruktur aufweisen, reagieren rund 50 % aller PPD-Allergiker auch auf PTD und PTDS.
Sobald dein Körper einmal eine Allergie gegen PPD entwickelt hat, können zudem Kreuzallergien gegen andere Produkte entstehen, die ähnliche chemische Verbindungen enthalten. Darunter Textilfarbstoffe, schwarze Gummiartikel oder bestimmte Lokalanästhetika.
Risikoärmere Alternativen
Falls bei dir nach dem Färben schon einmal Rötungen, Schwellungen, Juckreiz oder Ausschlag aufgetreten sind, stoppe die Anwendung des jeweiligen Produkts sofort. Konsultiere einen Arzt, bevor du eine andere permanente Haarfarbe oder Tönung ausprobierst. In manchen Fällen kann ein Dermatologe oder Allergologe einen Epikutantest durchführen, um den genauen Auslöser deiner Symptome zu ermitteln.Wenn du auf die meisten permanenten Kolorationen allergisch oder empfindlich reagierst, sind Intensivtönungen (demi-permanente Kolorationen), Tönungsschäume oder direktziehende Tönungen (semi-permanente Farben) sowie reines, 100-prozentiges Pflanzenhenna gute Alternativen. Diese Produkte lösen seltener Allergien aus, da sie meist andere Farbstofftypen nutzen und die Farbpigmente sich überwiegend an der Schuppenschicht anlagern, anstatt tief in die innere Haarstruktur einzudringen wie bei permanenten Oxidationshaarfarben. Allerdings können auch manche Intensivtönungen allergieauslösende Stoffe enthalten. Ein 48-Stunden-Hauttest ist daher auch hier vor jeder Anwendung Pflicht.
Es gibt keine Haarfarbe, die garantiert für jeden Menschen völlig allergiefrei ist. Die sicherste Strategie: Wähle Produkte gezielt ohne die Stoffe aus, auf die du empfindlich reagierst. Lies die Inhaltsstoffe aufmerksam durch, halte dich strikt an die Gebrauchsanweisung des Herstellers und mache vor jedem Färbevorgang einen 48-Stunden-Hauttest.
Diese Antwort dient ausschließlich Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben