Graue Haare und das Alter

Frau mit stylischem grauen Haar
 
F: Ich bin eine 58-jährige Frau mit dunkelbraunem Haar, bei der sich gerade erst die allerersten vereinzelten grauen Haare bemerkbar machen. Da ich das große Glück hatte, meine Haare bisher noch nie färben zu müssen, kenne ich mich überhaupt nicht damit aus, wie ich mit diesen kleinen Nachzüglern umgehen soll.
 
Meine Friseurin meint, sie sieht kaum Grau bei mir, und rät mir zu Highlights. Ich möchte aber auf keinen Fall hellere Haare haben. Was schlägst du vor? Und was ist eigentlich das Durchschnittsalter fürs Ergrauen? Meine beiden Eltern waren auch schon in ihren Fünfzigern, bevor sie grau wurden. Habe ich einfach nur riesiges Glück?

 
A: Es gibt zwar kein festes Alter, ab dem man mit den ersten grauen Haaren rechnen muss, aber mit deinen 58 Jahren behältst du deine natürliche Haarfarbe definitiv viel länger als die allermeisten Menschen!
 
Das Ergrauen der Haare ist fast reine Genetik. Im Durchschnitt entdecken Kaukasier ihre ersten grauen Haare bereits Mitte 30, Asiaten Ende 30 und Menschen afrikanischer Abstammung Mitte 40. Im Alter von 50 Jahren hat ein Großteil der Bevölkerung schon einen spürbaren Anteil an grauem Haar. Da auch deine Eltern erst ab ihren Fünfzigern grau wurden, hast du einfach fantastische Gene geerbt. Du hast also definitiv „Glück“ – aber dieses Glück steht dir direkt in den Stammbaum geschrieben.
 
Während die Genetik den genauen Zeitplan vorgibt, können äußere Faktoren das Ganze gelegentlich beschleunigen. Chronischer emotionaler Stress, schwerer Nährstoffmangel oder auch Schilddrüsenprobleme können zu vorzeitigem Ergrauen führen, da sie die melaninproduzierenden Zellen an der Haarwurzel stören.
 
Was die Sichtbarkeit angeht, spielen die Haarfarbe und die Haarstruktur eine riesige Rolle. Graue Haare fallen bei dunkelbraunem Haar wie deinem extrem auf, weil der starke Farbkontrast jedes silberne Haar sofort hervorstechen lässt. Zudem wächst graues Haar oft etwas trockener, brüchiger und drahtiger nach als der Rest. Das führt dazu, dass diese paar „Nachzügler“ gerne mal keck nach oben stehen und das Licht besonders stark reflektieren.
 
Da du ausdrücklich erwähnt hast, dass du keine helleren Haare möchtest und aufwendige Highlights vermeiden willst, ist der Rat deiner Friseurin für dich tatsächlich nicht der richtige Weg. Highlights erfordern immer eine Blondierung, was dein dunkelbraunes Haar dauerhaft aufhellen würde.
 
Hier sind stattdessen zwei viel bessere Optionen, die perfekt zu deiner Situation passen:
 
• Eine Intensivtönung (farblich exakt passend): Frage am besten nach einer reinen Intensivtönung (demi-permanent), die haargenau auf dein natürliches Dunkelbraun abgestimmt ist. Da eine Intensivtönung kein Bleichmittel enthält, kann sie dein Naturhaar nicht aufhellen. Stattdessen legt sich die Farbe sanft um deine hartnäckigen grauen Strähnen und verwandelt sie in warme, schimmernde Reflexe. Dadurch fügen sie sich wie dezente Lowlights nahtlos in dein dunkles Haar ein, ohne dass beim Herauswachsen ein harter, störender Ansatz entsteht.
 
• Gezielte Haar-Mascara oder Ansatzsprays: Da es sich bei dir wirklich nur um ein paar vereinzelte Haare handelt, musst du keineswegs gleich den ganzen Kopf färben. Du kannst wunderbar eine temporäre, auswaschbare Haar-Mascara oder ein Ansatz-Touch-up-Spray in einem passenden Dunkelbraunton verwenden. Du bürstest oder sprühst das Produkt morgens einfach direkt auf die betroffenen grauen Haare, und bei der nächsten Haarwäsche wäscht es sich ganz unkompliziert wieder aus.
 
Für weitere Informationen zum Abdecken von grauem Haar wirf einen Blick auf unsere Artikel zum Thema Haarefärben.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu graues Haar