Haare blondieren

A: Eine Haarblondierung kommt dann zum Einsatz, wenn du dein Haar deutlich aufhellen möchtest – insbesondere, wenn du von einem dunkleren Ton zu einer viel helleren Nuance wechseln willst.
Im Gegensatz zu einer normalen Haarfarbe, die lediglich neue Pigmente anlagert, entzieht eine Blondierung dem Haar die vorhandenen Pigmente. Dies geschieht, indem sie das Melanin – das natürliche Pigment im Haar – auflöst. Das menschliche Haar enthält grundsätzlich zwei Arten von Melanin:
• Eumelanin: Es ist für die braunen und schwarzen Pigmente verantwortlich.
• Phäomelanin: Es erzeugt die roten und gelben Pigmente.
Da Phäomelanin deutlich widerstandsfähiger gegen den Blondierungsprozess ist, schimmert das Haar während des Vorgangs oft rötlich, kupfrig oder gelb, bevor es schließlich die blassen oder platinblonden Töne erreicht.

Das Blondieren von Haaren basiert in der Regel auf einem zweiteiligen chemischen System:
• Alkali-Mittel: Meistens handelt es sich hierbei um Ammoniak oder Ethanolamin. Es öffnet die Schuppenschicht (die äußere Schutzschicht des Haares) und weicht die darunterliegende Faserschicht (den Cortex – also die mittlere Schicht, in der sich die Pigmente befinden) auf. Dadurch kann die Blondierung überhaupt erst in den Haarschaft eindringen.
• Oxidationsmittel: Typischerweise wird hier Wasserstoffperoxid verwendet. Es dringt in die Faserschicht ein und baut das Melanin durch Oxidation ab. Dabei werden die farbigen Pigmentmoleküle in kleinere, farblose Verbindungen aufgespalten.
Der eigentliche Blondierungsprozess läuft in mehreren Phasen ab:
1. Öffnen der Schuppenschicht: Das alkalische Mittel erhöht den pH-Wert des Haares. Dadurch hebt sich die Schuppenschicht an, sodass die chemischen Wirkstoffe ins Innere gelangen können.
2. Eindringen in die Faserschicht: Das Wasserstoffperoxid bahnt sich seinen Weg in die Faserschicht, in der das Melanin gespeichert ist.
3. Oxidationsreaktion: Das Peroxid zerfällt in Wasser und Sauerstoff. Der frei werdende Sauerstoff bricht die chemischen Bindungen des Melanins auf und spaltet das Pigment auf.
4. Auflösung des Melanins: Das abgebaute und nun farblose Melanin wird so stark zerkleinert, dass es sich teilweise ganz einfach aus dem Haarschaft auswaschen lässt.

Im Gegensatz zu einer klassischen Haarfarbe, die nach etwa 30 Minuten aufhört zu wirken, bleibt eine Blondierung so lange aktiv, wie sie feucht ist. Allerdings steigt das Risiko von Haarschäden mit jeder Minute längerer Einwirkzeit. So kann das Blondieren die Reißfestigkeit des Haares um bis zu 50 % verringern.
Um die Gesundheit deiner Haare bestmöglich zu erhalten, sind die richtige Vorbereitung, eine präzise Anwendung und eine extrem sorgfältige Pflege danach unerlässlich. Für optimale Ergebnisse und um schwerwiegende Schäden zu vermeiden, wird dringend eine professionelle Anwendung im Salon empfohlen. Das Blondieren ist nicht ohne Risiko und im Allgemeinen kein Experiment, das man einfach mal so zu Hause ausprobieren sollte.
©Hairfinder.com
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben