Haarbruch im Herbst und Winter

Frau mit langen Haaren im Winter
Bild: Kinga/Shutterstock
F: Warum brechen Haare im Herbst und Winter schneller ab? Ich habe von Natur aus welliges Haar, glätte es aber immer mit einem Glätteisen. In den kälteren Monaten ist mir aufgefallen, dass meine Haare viel häufiger abbrechen. Mache ich irgendetwas falsch?
 
A: Diese Frage hören wir tatsächlich sehr oft. Die jahreszeitlichen Veränderungen in unserer Umgebung beeinflussen unsere Haare viel stärker, als uns meist bewusst ist. Da unsere Haare ständig den Elementen ausgesetzt sind – und zwar drinnen wie draußen –, reagieren sie äußerst empfindlich auf extreme Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.
 
Im Herbst und Winter wird die Luft drastisch trockener. Kalte Außenluft kann kaum Feuchtigkeit speichern, und die warme Heizungsluft in Innenräumen entzieht der Umgebung auch noch den letzten Rest Hydratisierung. Da Haare von Natur aus versuchen, ihren Feuchtigkeitshaushalt an die Umgebung anzupassen, geben sie ihre eigene Feuchtigkeit an die trockene Luft ab. Die Folge: Sie werden trocken, spröde und verlieren völlig ihre Elastizität. Anstatt sich beim Bürsten, Stylen oder Zusammenbinden flexibel zu biegen, brechen die strapazierten Haarfasern einfach ab.
 
In deinem Fall kommen ein paar ganz bestimmte Faktoren zusammen, die leider die „perfekte Kombination“ für Haarbruch bilden:
 
• Dein natürlicher Haartyp: Von Natur aus welliges Haar hat im Querschnitt eine flachere, eher ovale Form als glattes Haar. Diese Struktur, kombiniert mit den physischen Biegungen der Wellen, macht es den natürlichen Schutzölen deiner Kopfhaut (dem Sebum) besonders schwer, sich gleichmäßig bis in die Spitzen zu verteilen. Deshalb neigt welliges Haar ohnehin schneller zu Trockenheit – ganz unabhängig vom Wetter.
 
• Der Einfluss des Glätteisens: Regelmäßiges Hitze-Styling schwächt die äußere Barriere deines Haars, die sogenannte Schuppenschicht (Cuticula). Die starke Hitze raut diese Schuppen auf und beschädigt sie dauerhaft, wodurch die lebenswichtige Feuchtigkeit aus dem Inneren des Haares ungehindert entweichen kann. Wenn diese hitzebedingte Vorschädigung dann auf die trockene Winterluft trifft, verliert das Haar extrem schnell seine Festigkeit und innere Struktur.
 
Die gute Nachricht vorweg: Du machst nicht zwangsläufig etwas „falsch“. Du hast es hier schlichtweg mit einem Zusammenspiel aus klimatischen Bedingungen, deiner genetischen Haarstruktur und deinen täglichen Styling-Gewohnheiten zu tun, das sich in den kalten Monaten einfach viel deutlicher und schneller bemerkbar macht.
 

So passt du deine Routine für den Herbst & Winter an:

Um den Haarbruch effektiv zu minimieren und die Widerstandskraft deiner Haare wieder aufzubauen, solltest du dich darauf konzentrieren, ihnen intensiv Feuchtigkeit zuzuführen und deine Hitze-Styling-Gewohnheiten anzupassen:
 
• Feuchtigkeit hat oberste Priorität: Verwende bei jeder Haarwäsche einen reichhaltigen, feuchtigkeitsspendenden Conditioner und gönne deinen Haaren mindestens einmal pro Woche eine intensive Tiefenpflege-Haarmaske. Ein leichtes Haaröl (wie Argan- oder Jojobaöl) oder ein feuchtigkeitsspendender Leave-in-Conditioner in den Längen und Spitzen hilft zudem dabei, die Schuppenschicht zu versiegeln und die Feuchtigkeit im Haar einzuschließen.
 
• Verwende ausnahmslos einen Hitzeschutz: Trage vor jedem Glätten unbedingt einen hochwertigen Hitzeschutz auf. Solche Produkte legen sich wie ein unsichtbarer Schutzfilm um die Haarfaser, um die Wärmeübertragung abzufedern und zu verhindern, dass die Haarfaser im Inneren sprichwörtlich verbrennt.
 
• Glätte niemals feuchtes Haar: Das ist die goldene Regel und extrem wichtig! Stelle absolut sicher, dass deine Haare zu 100 % trocken sind, bevor du das Glätteisen ansetzt. Wenn du auch nur minimal feuchtes Haar glättest, bringst du das im Haarschaft eingeschlossene Wasser schlagartig zum Kochen. Der entstehende Wasserdampf dehnt sich explosionsartig aus, sprengt die Haarstruktur von innen heraus und führt zu sofortigem, schwerem Haarbruch.
 
• Senke die Temperatur und glätte schonender: Stelle dein Glätteisen auf die niedrigste effektive Temperaturstufe ein (idealerweise weit unter 180 °C). Vermeide es außerdem, mehrmals hintereinander über dieselbe Haarsträhne zu fahren. Ein einziger, dafür langsamer und gleichmäßiger Zug ist für das Haar wesentlich schonender als viele schnelle, hektische Züge.
 
• Gönne deinen Haaren bewusste Pausen: Versuche, an einigen Tagen in der Woche deine natürlichen Wellen zu tragen oder auf hitzefreie Styling-Methoden zurückzugreifen, damit sich deine Haarstruktur regenerieren kann.
 
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Siehe auch:
 
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