Dauerwellen bei coloriertem Haar

Frau mit einem modernen Kurzhaarschnitt
Bild: Depositphotos
F: Nach viel Recherche bin ich mir immer noch unsicher, ob eine Dauerwelle für coloriertes Haar wirklich zu empfehlen ist. Ich trage meine Haare momentan kurz und stachelig und färbe sie alle 4–5 Wochen. Da ich überlege, sie etwas wachsen zu lassen, fände ich eine Dauerwelle für das Frühjahr eigentlich ziemlich cool. Ich würde das Ganze natürlich professionell von meiner aktuellen Friseurin machen lassen.
 
Ich weiß, dass es mittlerweile neue Produkte auf dem Markt gibt, und meine Friseurin meint auch, dass es absolut in Ordnung sein müsste, da mein Haar gesund aussieht. Ich möchte aber unter keinen Umständen diesen strohigen Look haben, der sofort nach „völlig strapaziert“ aussieht. Klar, eine Garantie gibt es nie, aber was ist hier die bewährte Methode?
 
Sollte ich nach dem Färben eine bestimmte Zeit warten, bevor ich mir eine Dauerwelle machen lasse, oder ist es umgekehrt besser? Gibt es spezielle Arten von Dauerwellen, die für coloriertes Haar schonender sind? Ich möchte einfach, dass mein Haar gesund aussieht und gleichzeitig mehr Textur und Fülle bekommt. Am Ende will ich auf keinen Fall mit kaputten Haaren dastehen, die ich wieder abschneiden muss.

 
A: Es sollte eigentlich überhaupt kein Problem sein, dir eine Dauerwelle machen zu lassen – vorausgesetzt, deine Friseurin hat Erfahrung mit chemischen Strukturbehandlungen und analysiert dein Haar vorab gründlich.
 
Da deine Stylistin meint, dass dein Haar in einem guten Zustand ist, solltest du problemlos eine milde Dauerwelle bekommen können. Sie wird dir das gewünschte Ergebnis liefern und gleichzeitig unnötigen Stress für dein Haar minimieren.
 
Da du dein Haar jedoch in einem recht kurzen Rhythmus von 4 bis 5 Wochen färbst, erfordert eine erfolgreiche Dauerwelle die Einhaltung einer strengen Reihenfolge und bestimmter Zeitabstände:
 

1. Die goldene Regel: Erst die Dauerwelle, dann die Farbe

Du solltest fast immer zuerst die Dauerwelle machen lassen und erst danach färben. Die Dauerwellenflüssigkeit ist stark alkalisch und wirkt wie ein leichter Farbentzieher. Wenn du dein Haar erst färbst und direkt danach die Dauerwelle machst, verblasst deine frische Haarfarbe, wird dem Haar entzogen oder verändert sich im schlimmsten Fall ins Orangefarbene oder Stichige. Zuerst die Dauerwelle und später die Farbe zu machen, sorgt dafür, dass dein Wunschton am Ende genau so aussieht, wie er soll.
 

2. Die Zwei-Wochen-Pufferregel

Du solltest niemals beide Behandlungen am selben Tag durchführen lassen. Nach deiner Dauerwelle musst du mindestens 14 Tage warten, bevor du deine Haarfarbe aufträgst. Diese Wartezeit gibt den Disulfidbrücken im Inneren deines Haares die nötige Zeit, sich wieder vollständig zu stabilisieren. Zudem kann sich so der pH-Wert normalisieren und die Schuppenschicht wieder schließen, bevor eine neue Chemikalie ins Spiel kommt. Bei deinem Färberhythmus von 4 bis 5 Wochen musst du den Termin für die Dauerwelle also ziemlich genau in die Mitte eines Färbezyklus legen.
 

3. Entscheide dich für eine saure Dauerwelle

Die heutigen Dauerwellen-Formulierungen sind zum Glück viel schonender als früher. Für coloriertes Haar sollte deine Stylistin eine saure Dauerwelle (die normalerweise mit Glycerylmonothioglycolat formuliert ist) anstelle einer traditionellen alkalischen Dauerwelle verwenden. Saure Dauerwellen haben einen niedrigeren pH-Wert und sind speziell darauf ausgelegt, coloriertes, poröses Haar sanft zu durchdringen, ohne dass es extrem aufquillt oder geschädigt wird.
 

4. Wähle eine Volumen- oder Strukturwelle

Da du gerade einen kurzen, stacheligen Schnitt herauswachsen lässt, möchtest du wahrscheinlich eine traditionelle, eng gelockte Dauerwelle vermeiden. Eine Volumenwelle (Body Wave) oder eine lockere Strukturwelle mit größeren Wicklern sorgt für Stand, Bewegung und vielseitige Stylingmöglichkeiten, ohne dass sofort extrem enge Locken entstehen.
 

5. Was deine Stylistin tun sollte

Bevor sie dein Haar auf die Wickler dreht, sollte deine Stylistin folgende Punkte genau beurteilen:
 
• Elastizität & Porosität: Sie muss sicherstellen, dass sich das Haar gesund dehnen lässt und wieder in seine Ursprungsform zurückkehrt, ohne zu brechen.
 
• Bisherige chemische Behandlungen: Es muss überprüft werden, ob es stark gesträhnte, blondierte oder anderweitig doppelt behandelte Partien gibt, da blondiertes Haar in der Regel nicht für eine Dauerwelle geeignet ist.
 
• Eine Probesträhne: Ein Vorabtest an einer kleinen, unauffälligen Haarsträhne zeigt ganz genau, wie dein Haar tatsächlich auf die Dauerwellen-Chemikalien reagiert.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Dauerwellen