Graues Haar rückgängig machen?

A: Je nachdem, was das Ergrauen deiner Haare verursacht, ist es durchaus möglich, dass dein Haar seine natürliche Farbe zurückgewinnt – auch wenn es dafür natürlich keine Garantie gibt.
Wissenschaftler gewinnen immer wieder neue Erkenntnisse darüber, wie genau das Haar seine Farbe verliert. Wir wissen, dass spezialisierte Zellen namens Melanozyten (die direkt in den Haarfollikeln sitzen) Melanin produzieren – also genau das Pigment, das deinem Haar seine natürliche Farbe verleiht. Wenn diese Zellen langsamer arbeiten, wandern oder ganz aufhören zu funktionieren, wächst das Haar grau, silber oder weiß nach. Während dies mit zunehmendem Alter ein völlig natürlicher Prozess ist, gilt das Auftreten von grauen Haaren mit 23 Jahren als vorzeitiges Ergrauen. Es lohnt sich also definitiv, mögliche Auslöser einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mögliche Ursachen für vorzeitiges Ergrauen
Zu den häufigen medizinischen Faktoren, die mit frühem Ergrauen in Verbindung gebracht werden, gehören:• Nährstoffmangel: Insbesondere ein zu niedriger Spiegel an Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Kupfer oder Folsäure.
• Gesundheitliche Probleme: Schilddrüsenfehlfunktionen (sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion) sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen.
• Chronischer oder starker Stress: Neue Studien bestätigen, dass anhaltender Stress die pigmentproduzierenden Stammzellen in den Haarfollikeln vorübergehend erschöpfen kann. Wenn der Stressfaktor beseitigt wird, kann sich die Pigmentierung mit der Zeit manchmal wieder erholen.
Wenn deine grauen Haare ganz plötzlich aufgetaucht sind oder sich schnell ausbreiten, solltest du am besten einen Arzt oder Dermatologen aufsuchen. Ein einfacher Bluttest zur Überprüfung deiner Vitaminwerte und der Schilddrüsenfunktion ist ein hervorragender erster Schritt, um leicht behandelbare Ursachen abzuklären.
Deine Haare färben
Was das Färben deiner Haare angeht: Ja, du kannst deine Haare grundsätzlich bedenkenlos färben.Haarfarbe wirkt nur auf den Haarschaft – also auf den abgestorbenen Teil des Haares, der über der Haut sichtbar ist. Sie dringt nicht tief genug ein, um den Haarfollikel unter der Kopfhaut zu schädigen. Das bedeutet, dass normales Haarfärben keinen dauerhaften Haarausfall und keine Glatzenbildung verursacht.
Behalte jedoch die folgenden Vorsichtsmaßnahmen im Hinterkopf:
• Mache einen Allergietest (Patch-Test): Teste 48 Stunden vor der vollständigen Anwendung immer eine kleine Menge der Farbe auf deiner Haut, um sie auf allergische Reaktionen zu prüfen – insbesondere auf Inhaltsstoffe wie Paraphenylendiamin (PPD).
• Achte auf Haarbruch: Häufige chemische Behandlungen, Blondierungen oder aggressive Farben können das Haar trocken und brüchig machen, was zu Haarbruch nahe der Kopfhaut führt. Dadurch kann das Haar optisch dünner wirken. Das ist jedoch ein struktureller Schaden am Haarstrang selbst und kein echter Haarausfall an der Wurzel.
• Konsultiere einen Profi bei aktivem Haarausfall: Wenn du neben dem Ergrauen tatsächlichen Haarausfall bemerkst (also Haare, die direkt an der Wurzel ausfallen), wende dich an einen Dermatologen, bevor du chemische Behandlungen anwendest.
Bei richtiger Anwendung und in Kombination mit einer guten Feuchtigkeitspflege ist die Nutzung moderner Haarfarben vollkommen sicher.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu graues Haar