So klappt der stachelige Look

Frau mit welligem Bob vor ihrem Umstyling
 
F: Ich habe von Natur aus welliges bis lockiges Haar, möchte mir aber eine glatte Igelfrisur stylen. Ich trage ein Glättungsprodukt auf, föhne mein Haar glatt und gehe mit dem Glätteisen drüber – aber nach ein paar Stunden wird es wieder wellig. Außerdem müsste ich wissen, wie ich die Haare am besten stachelig aufstellen kann. Mein Haar ist zurzeit mittellang. Müsste ich es nicht kurz schneiden, damit der Igel-Look hält? Und wenn ja, wie kurz?
 
A: Wenn du weiterhin auf eine temporäre Styling-Methode für glattes Haar setzen möchtest, machst du die ersten Schritte auf jeden Fall schon absolut richtig. Bedenke jedoch, dass Hitze-Styling die physikalischen Nebenbindungen des Haars immer nur vorübergehend verändert. Dein Haar kehrt von Natur aus in seine ursprüngliche Wellenstruktur zurück, sobald es Feuchtigkeit, hoher Luftfeuchtigkeit oder Hitze ausgesetzt ist. Schon die Wärme, die deine eigene Kopfhaut abgibt, reicht oft völlig aus, um diese Rückkehr innerhalb weniger Stunden auszulösen.
 

Dauerhafte Glättungsoptionen

Wenn du auf das tägliche Hitze-Styling verzichten möchtest, kannst du professionelle Behandlungen beim Friseur in Betracht ziehen:
 
• Dauerhafte Glättung (z. B. chemische Thio-Glättung oder Japanische Glättung): Bricht die Disulfidbrücken deines Haars chemisch auf und formt sie dauerhaft neu. Das Haar bleibt so lange glatt, bis es wieder nachwächst.
 
• Keratin- / Smoothing-Behandlungen: Eine semi-permanente Lösung (hält etwa 2 bis 4 Monate). Sie verändert die innere Haarstruktur nicht dauerhaft, legt sich aber wie eine schützende Schicht um das Haar, um Frizz zu eliminieren und das Wiedererlocken durch Luftfeuchtigkeit zu verhindern.
 

Die richtige Haarlänge

Du hast den Nagel voll auf den Kopf getroffen: Mittellanges Haar lässt sich extrem schwer aufstellen und als Igelfrisur halten – besonders dann, wenn es von Natur aus wellig ist. Die Schwerkraft zieht das zusätzliche Gewicht nach unten, und die natürliche Biegung sorgt dafür, dass sich längere Strähnen seitlich wegdrehen, anstatt stachelig nach oben zu stehen.
 
Du musst dir zwar nicht gleich den ganzen Kopf rasieren, aber du brauchst definitiv einen Kurzhaarschnitt (ca. 4 bis 7 cm am Oberkopf) mit einer stark texturierten Struktur. Das Einkürzen der Haare am Oberkopf und das gezielte Ausdünnen von Masse ermöglichen es dem Haar überhaupt erst, sich aufzurichten. Texturierte Stufen geben den einzelnen Stacheln dabei die nötige Stabilität und den Halt, an dem sie sich gegenseitig abstützen können. Für den optimalen visuellen Effekt lässt du die Seiten und den Hinterkopf am besten mit einer Haarschneidemaschine kurz abrasieren.
 
Frau mit einer Igelfrisur nach ihrem Umstyling
 

Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Igel-Styling

• Vorbereiten & Trocknen: Trage einen leichten Hitzeschutz auf das feuchte Haar auf. Föhne das Haar auf mittlerer bis hoher Stufe und ziehe es dabei mit einer Skelettbürste gezielt nach oben. Puste es ganz am Ende kurz mit der Kaltstufe deines Föhns ab, um die geglättete Form perfekt zu fixieren.
 
• Glätteisen: Sobald das Haar komplett trocken ist, nimmst du das Glätteisen zur Hand. Arbeite dich in kleinen Passes (einzelnen Haarpartien) vor und ziehe das Eisen direkt von der Wurzel an nach oben, um das Haar zu glätten und aufzurichten. Trage niemals schwere Gels oder Wachse vor dem Glätten auf. Die hohe Hitze kann das Produkt sonst direkt in den Haarschaft einbrennen.
 
• Produkt & Stacheln formen: Verwende ein trockenes Stylingprodukt mit mattem Finish, wie zum Beispiel eine Styling-Clay oder -Paste (feuchte Gels führen dem Haar wieder Wasser zu, wodurch es sich sofort wieder wellt). Arbeite das Produkt für mehr Volumen direkt am Ansatz ein und zwirbele dann die Spitzen zusammen, um einzelne, stachelige Spikes zu definieren.
 
• Fixieren: Schließe das Styling mit einem gezielten Sprühstoß Haarlack (Freeze Spray) oder starkem Haarspray ab. Das versiegelt den Look zuverlässig und schafft eine wirksame Barriere gegen Luftfeuchtigkeit und Schweiß von der Kopfhaut.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarstyling