Verpflanzte Haare

Die Vorbereitungen für eine Haartransplantation
Bild: Sugrit Jiranarak/Shutterstock
F: Sind verpflanzte Haare dauerhaft oder könnte ich sie kurz nach einer teuren Haartransplantation wieder verlieren?
 
A: Die kurze Antwort lautet: Die verpflanzten Haarfollikel selbst sind zwar in der Regel dauerhaft, aber am Ende kannst du trotzdem so aussehen, als hättest du deine Haare verloren – oder du büßt genau das Ergebnis ein, für das du ein Vermögen bezahlt hast. Das passiert vor allem dann, wenn man nicht versteht, wie dieser Prozess eigentlich funktioniert.
 
Zuerst ein kurzer Realitätscheck aus wissenschaftlicher Sicht: Wenn dein Haarausfall genetisch bedingt ist (ausgelöst durch das Hormon Dihydrotestosteron, kurz DHT), ist das verpflanzte Haar selbst fast immer dauerhaft haltbar.
 
Das liegt daran, dass diese Haarfollikel aus der sogenannten „sicheren Spenderzone“ am Hinterkopf und an den Seiten entnommen werden. Dort sind die Haare genetisch so programmiert, dass sie unempfindlich gegenüber DHT sind. Dank des Prinzips der Spenderdominanz behalten diese Follikel ihre genetische Immunität selbst dann bei, wenn sie an die Stirnlinie oder auf den Oberkopf verpflanzt werden. Sie werden also nicht durch DHT ausfallen.
 
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass du völlig aus dem Schneider bist. Es gibt einige sehr reale Gründe, warum eine Transplantation dir möglicherweise nicht die dauerhafte Lösung bringt, die du dir erhoffst:
 
• Deine ursprünglichen Haare fallen weiter aus: Während die verpflanzten Haare erhalten bleiben, lichtet sich das umgebende Originalhaar weiter und fällt aus, wenn das zugrunde liegende DHT-Problem nicht behandelt wird. Das kann zu isolierten „Haarinseln“ oder lückenhaften Flecken führen, die von kahlen Stellen umgeben sind. Das sieht unnatürlich aus und erfordert weitere, teure Operationen oder eine dauerhafte medizinische Behandlung (wie Finasterid oder Minoxidil), um das Bild wieder zu korrigieren.
 
• Vorübergehender Schockausfall (Shock Loss): Kurz nach dem Eingriff (in der Regel innerhalb von 2 bis 8 Wochen) fällt fast der gesamte verpflanzte Haarschaft aus. Dies ist ein völlig normaler Vorgang. Die Haarwurzeln bleiben unter der Haut lebendig und bilden Monate später neue Haare. Wenn Patientinnen und Patienten darauf nicht vorbereitet sind, kann sich das zunächst wie ein kompletter Fehlschlag anfühlen.
 
• Ausfall der Grafts während oder nach der OP: Nicht jedes verpflanzte Transplantat (Graft) überlebt den Wechsel der Stelle. Wenn es einem Graft nicht gelingt, am neuen Platz eine gesunde Blutversorgung aufzubauen – sei es durch unsachgemäße chirurgische Handhabung, eine schlechte Kopfhautgesundheit oder mangelhafte Nachsorge –, wächst es nicht nach. Fallen zu viele Grafts aus, fällt das Gesamtergebnis am Ende dünn, lückenhaft und enttäuschend aus.
 
• Nicht-DHT-bedingter Haarausfall: Wenn dein Haarausfall kein klassischer erblicher Haarausfall ist, sondern durch Autoimmunerkrankungen (wie Alopecia areata) oder vernarbende Alopezien verursacht wird, kann die zugrunde liegende Krankheit die neu verpflanzten Haare genauso angreifen und zerstören wie die ursprünglichen.
 
Haar-Transplantat
Bild: Sugrit Jiranarak/Shutterstock
Eine erfolgreiche Transplantation hängt von weit mehr ab als nur von der chirurgischen Technik. Sie steht und fällt mit der Qualität und Verfügbarkeit deiner Spenderhaare, deinem Alter, der Stabilität deines Haarausfallmusters und der Frage, ob die wahre Ursache deiner Haarlichtung richtig diagnostiziert wurde.
 
Dein Chirurg sollte eine gründliche Untersuchung der Kopfhaut durchführen, bevor er dein Geld nimmt. Dazu gehören die Beurteilung der Spenderdichte, die Stabilität des Haarausfalls und die allgemeine Kopfhautgesundheit. Selbst dann musst du unangenehme Fragen stellen und sicherstellen, dass man dir nicht nur das ideale Wunschergebnis präsentiert, sondern auch transparent aufzeigt, durch welche Umstände du später eventuell Nachbesserungen benötigst. Eine Haartransplantation ordnet nur das Haar neu an, das du noch hast; sie ist keine Heilung für fortschreitenden, unbehandelten Haarausfall.
 
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. ©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall