Ansatzblondierung & Haarbruch

A: Das stimmt absolut.
Der Blondierungsprozess entsteht durch die Kombination von Entwickler (Wasserstoffperoxid) und den alkalischen Bestandteilen des Blondierpulvers. Dabei wird naszierender Sauerstoff freigesetzt, der direkt auf die Pigmentmoleküle im Haar einwirkt. Er hellt deine Haarfarbe auf, indem er das farbige Melanin in farbloses Oxymelanin umwandelt.
Die Gefahr von Überlappungen
Wenn du einen Ansatz nachblondierst, muss peinlich genau darauf geachtet werden, Überlappungen zu vermeiden. Andernfalls summiert sich die Wirkung der Blondierung – und damit auch die Schädigung der Haarstruktur. Das Hauptziel besteht vor allem darin, die Substanz des Haarschafts zu erhalten und einen sogenannten „chemischen Schnitt“ (Haarbruch) zu vermeiden, während gleichzeitig ein gleichmäßiger Farbton ohne harte Farbkante entsteht.Es ist eine enorme Belastung für das Haar, wenn ein Teil des Haarschafts doppelt behandelt und somit mehrfach den chemischen Prozessen der Aufhellung ausgesetzt wird. Je nach Ausgangszustand deines Haares und der Pflege, die das bereits aufgehellte Haar erhalten hat, kann es passieren, dass deine Haare genau an der Stelle der Überlappung extrem brüchig werden.
Dieser geschwächte Abschnitt wird schnell zur Sollbruchstelle des Haares. Da Überlappungen beim wiederholten Ansatzblondieren meist an derselben Stelle auftreten, verliert dieser Haarabschnitt mit jeder weiteren Behandlung schrittweise mehr an Kraft. Schließlich kann das Haar schon beim einfachen Bürsten, Stylen oder sogar beim ganz normalen Waschen abbrechen, sodass kurze, abgebrochene Stoppeln oder Strähnen nahe der Kopfhaut zurückbleiben.
Faktoren, die das Haarbruchrisiko erhöhen
Das Risiko für Haarbruch hängt von mehreren Einflussfaktoren ab, darunter:• Die Stärke der Blondierungsformel und die Prozentzahl bzw. Volumenzahl (Vol.) des verwendeten Entwicklers.
• Die Einwirkzeit des Produktes.
• Der natürliche Ausgangszustand und die Haarqualität deines Haares.
• Vorherige chemische Behandlungen (z. B. dauerhafte Färbungen, chemische Glättungen oder Dauerwellen).
• Äußere Belastungen wie Hitzestyling (Glätteisen, Lockenstab) und übermäßige Sonneneinstrahlung.
Professionelle Anwendung
Erfahrene Coloristinnen und Coloristen tragen die Blondierung deshalb sehr sorgfältig und nach Möglichkeit ausschließlich auf den nachgewachsenen Ansatz auf. Sie arbeiten äußerst präzise und methodisch, um das bereits aufgehellte Haar gar nicht erst zu berühren. Manchmal lassen sie bis zu den letzten Minuten der Einwirkzeit sogar einen winzigen Abstand zur Kante oder tragen eine schützende Barrierecreme auf das bereits aufgehellte Haar auf, um Überlappungen zu minimieren. Diese exakte Anwendungstechnik ist einer der Hauptgründe, warum eine professionelle Ansatzblondierung sowohl großes handwerkliches Können als auch Geduld erfordert.Auch du kannst aktiv dazu beitragen, das Haarbruchrisiko deutlich zu senken: Vereinbare regelmäßige Termine zum Ansatzblondieren, bevor der Nachwuchs zu lang wird. Ein kürzerer Ansatz lässt sich generell viel präziser erden und aufhellen, wodurch die Gefahr sinkt, dass die Blondierung versehentlich auf bereits behandeltes Haar gerät.
Zusätzlich hilft dir die richtige Haarpflege zwischen den Salonbesuchen – etwa mit intensiv feuchtigkeitsspendenden Haarkuren, modernen Bonding-Systemen und einer behutsamen Handhabung im Alltag –, die Haarstärke langfristig zu bewahren und zu schützen.
©Hairfinder.com
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben