Föhnen oder Lufttrocknen?

Frau mit nassem Haar
 
F: Ist es besser, die Haare zu föhnen oder an der Luft trocknen zu lassen? Und wie föhne ich am besten, damit das Haar glatt bleibt und kein Frizz entsteht?
 
A: Aus Sicht der Haargesundheit ist der Gedanke, Lufttrocknen sei immer die schonendste Wahl, tatsächlich ein weit verbreiteter Mythos. Zwar kann zu hohe Föhnhitze die äußere Schuppenschicht schädigen, doch beim langen Lufttrocknen bleibt das Haar stundenlang im nassen Zustand aufgequollen. Dieser dauerhafte Quellungsdruck belastet den Haarkortex im Inneren stark und kann langfristig zu Haarbruch und Strukturschäden führen.
 
Der schonendste Weg ist daher eine Kombination aus beidem: Lass dein Haar zunächst an der Luft antrocknen, bis es zu etwa 70–80 % trocken ist. Föhne es erst dann auf mittlerer oder kühler Stufe vollständig trocken. Halte den Föhn dabei immer in Bewegung und achte auf ausreichend Abstand.
 
Richtig angewendet – also mit passendem Hitzeschutz und der richtigen Technik – gibt dir das Föhnen die volle Kontrolle über dein Styling, verkürzt die Trocknungszeit enorm und sorgt für ein glattes, geschmeidiges Finish, ohne die Haarstruktur unnötig zu belasten.
 
So bleibt dein Haar beim Föhnen perfekt glatt und geschmeidig:
 
• Bereite das Haar richtig vor: Drücke überschüssiges Wasser nach dem Waschen vorsichtig mit einem weichen Handtuch oder Mikrofaser-Tuch aus, anstatt das Haar trocken zu rubbeln. Kämme nasses, tropfendes Haar niemals mit einer normalen Paddle Brush durch. Nimm stattdessen einen grobzinkigen Kamm oder eine spezielle Entwirrbürste (Detangler), da das Haar im nassen Zustand am empfindlichsten ist. Arbeite vor dem Föhnen einen Hitzeschutz gleichmäßig ins feuchte Haar ein, um die Haarfasern vor der Hitzeeinwirkung zu schützen.
 
Frau mit feuchtem Haar
 
• Föhne immer von oben nach unten: Richte den Luftstrom stets vom Ansatz bis in die Spitzen entlang der Haarstruktur aus. Stell dir die Schuppenschicht wie Dachziegel vor: Sie überlappen in eine Richtung, und genau in diese Richtung musst du auch föhnen. Wenn du von unten oder kreuz und quer föhnst, raust du die Cuticula auf. Die Folge sind ein stumpfes Matt-Finish und störender Frizz.
 
• Nutze die Zentrierdüse: Stecke die flache, schmale Zentrierdüse auf deinen Föhn, anstatt ohne Aufsatz oder mit einem Diffusor zu arbeiten. Die Düse bündelt den Luftstrom punktgenau entlang der Haaroberfläche. Ein Diffusor hingegen verteilt die Luft weitflächig, um Naturlocken oder Wellen zu definieren. Achte darauf, dass die Düse das Haar nicht direkt berührt, um Hitzeschäden an der Schuppenschicht zu vermeiden.
 
Föhn mit Zentrierdüse und Diffusor-Aufsatz
 
• Halte Abstand und bleibe in Bewegung: Halte den Föhn ständig in Bewegung und bewahre einen Abstand von mindestens 15 cm zum Haar. Verharre nie länger als ein bis zwei Sekunden auf derselben Stelle, damit keine Hitzespitzen entstehen, die das Haar austrocknen oder schädigen können.
 
• Arbeite in Passées und mit Zugspannung: Teile dein Haar mit Abteilklammern ab und arbeite dich von unten nach oben in handlichen Passées (Haarpartien) vor. Ziehe die einzelnen Strähnen beim Föhnen über eine Paddle Brush oder eine große Rundbürste straff. Erst das Zusammenspiel aus kontrollierter Wärme, Zugspannung und dem Luftstrom von oben nach unten formt die Wasserstoffbrücken im Haar um und sorgt für ein seidenweiches, glattes Ergebnis.
 
• Fixiere den Look mit der Kaltstufe (Cool Shot): Gehe zum Schluss über jedes Passée kurz mit der Kaltstufentaste deines Föhns. Während Wärme die Wasserstoffbrücken flexibel macht, werden sie durch die kühle Luft wieder in der neuen Form fixiert. Das schließt die Schuppenschicht nachhaltig und verhindert, dass Luftfeuchtigkeit sofort wieder Frizz erzeugt.
 
• Schütze das Haar vor Luftfeuchtigkeit: Trage nach dem Trocknen ein leichtes Anti-Frizz-Spray, ein paar Tropfen Haaröl oder ein Finish-Serum auf. Das versiegelt das Haar wirksam gegen Luftfeuchtigkeit und hält dein Glatt-Styling tagelang geschmeidig und glänzend.
 
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Siehe auch:
 
Richtig Föhnen
 
Föhnfrisuren