Extensions & Spezialbürste

Extensions bürsten
Bild: Nadyatess/Shutterstock
F: Nach einer misslungenen Strähnchen-Behandlung sind mir leider viele Haare abgebrochen. Um die lichten Stellen aufzufüllen, brauche ich ein paar Extensions. Welche Einarbeitungsmethode ist dafür am besten geeignet? Keratin-Bondings oder Tapes? In einem Salon wurde mir außerdem geraten, eine spezielle Extensionsbürste zu kaufen. Ist das wirklich nötig?
 
A: Der Zustand deines Eigenhaars steht an allererster Stelle. Wenn der Haarbruch durch eine chemische Behandlung entstanden ist, ist die Haarstruktur an diesen Stellen extrem geschädigt und porös. Jede Haarverlängerung oder -verdichtung bedeutet zusätzliches Eigengewicht und mechanischen Zug an den Haarwurzeln.
 
Wenn du dir klassische Bonding-Strähnen auf stark geschädigtes Haar einarbeiten lässt, riskierst du, dass die betroffenen Passés samt Verbindungsstelle komplett abbrechen. Ein professioneller Extensions-Spezialist muss dein Haar deshalb zuerst gründlich analysieren, um zu beurteilen, ob es überhaupt eine ausreichende Tragfähigkeit für ein Extensions-System aufweist.
 
Bonding-Methoden (Keratin-Bondings) sorgen zwar für ein sehr unauffälliges, lang anhaltendes Ergebnis und lassen sich punktgenau an einzelnen lichten Stellen einarbeiten, sind bei chemisch geschädigtem Haar aber oft ein hohes Risiko. Für die Einarbeitung wird mit Wärme oder Ultraschall gearbeitet, um die Keratinplättchen mit dem Eigenhaar zu verschmelzen. Zudem konzentriert sich das gesamte Gewicht der Extensions-Strähne auf einen sehr kleinen Fixierungspunkt, was weiteren Eigenhaarbruch begünstigt.
 
Bei stellenweisem Haarbruch sind extrem leichte Micro-Tapes, die das Gewicht schonend und ohne Hitzeeinwirkung über einen breiteren Klebestreifen auf dem Passée verteilen, oder temporäre Clip-Ins meist die deutlich sicherere Wahl, während sich dein Eigenhaar erholen kann. Extensions reparieren das Haar schließlich nicht. Sie kaschieren den Strukturschaden lediglich. Eine unsachgemäße Einarbeitung kann das Problem massiv verschlimmern.
 
Was die Spezialbürste angeht: Sie ist absolut unverzichtbar. Normale Haarbürsten besitzen Abrundungen oder Noppen an den Borsten, die sich in den Verbindungsstellen verfangen und die Bondings oder Tapes samt Eigenhaar gewaltsam herausreißen können. Professionelle Extensionsbürsten nutzen weiche Wildschweinborsten oder speziell entwickelte Schlaufenborsten aus Nylon, die mühelos über die Verbindungsstellen gleiten, ohne hängenzubleiben oder das Haar zu schädigen.
 
Extensionsbürste mit Schlaufenborsten
 
Ebenso wichtig ist die richtige Bürsttechnik: Arbeite dich beim Entwirren immer vorsichtig von den Spitzen stufenweise nach oben durch und halte das Haar dabei am Ansatz mit einer Hand fest. Durch dieses Gegenhalten nimmst du den Zug vom Eigenhaar, sodass die Belastung beim Bürsten nicht direkt an den Verbindungsstellen reißt.
 
Der Kauf der empfohlenen Bürste schützt zudem deinen Garantieanspruch im Salon. Die meisten Friseure und spezialisierten Verlängerungsexperten schließen Reklamationen, kostenlose Nachbesserungen oder das Hochsetzen auf Kulanz aus, wenn du die abgestimmte Homecare für zu Hause ablehnst. Bewahre den Kassenbon und die schriftliche Pflegeanleitung gut auf, damit der Salon eventuellen Eigenhaarverlust oder sich lösende Tapes nicht vorschnell auf eine falsche Pflege zu Hause schieben kann.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarverlängerungen