Extensions färben

Gefärbte Haarsträhnen
Bild: Depositphotos
F: Ich habe mich gefragt, ob man Extensions färben kann. Die Schwester meiner Freundin möchte, dass ich ihr die Haare färbe, aber ich habe Angst, ihre Extensions zu beschädigen. Ist es problematisch, sie in einen komplett anderen Farbton zu färben?
 
A: Echthaar-Extensions lassen sich im Allgemeinen wie das eigene Haar behandeln, mit ein paar wichtigen Ausnahmen. Tatsächlich nutzen viele Extension-Hersteller diese Flexibilität als zentrales Verkaufsargument.
 
Extensions sind darauf ausgelegt, sich nahtlos ins Eigenhaar einzufügen, und die Möglichkeit, sie einzufärben, hilft dabei, die Nuance exakt abzustimmen. Hochwertige Echthaar-Extensions vertragen Haarfarbe in der Regel gut. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich jede Art von Extensions gefahrlos einfärben lässt.
 

1. Den Haartyp bestimmen

Der erste Schritt ist herauszufinden, welche Art von Extensions die Schwester deiner Freundin genau trägt:
 
• 100 % Echthaar (Schnitthaar / Remy-Haar): Das sind die besten Kandidaten zum Einfärben. Sie besitzen eine intakte Schuppenschicht und nehmen die Pigmente gleichmäßig sowie vorhersehbar auf.
 
• Non-Remy / Silikonversiegeltes Echthaar: Obwohl es sich technisch gesehen um Echthaar handelt, wird minderwertigere Ware oft mit einer Silikonschicht überzogen, um künstlichen Glanz zu erzeugen. Der chemische Prozess beim Färben kann diese Schicht abtragen, wodurch das Haar verfilzt, austrocknet oder die Farbe fleckig wird.
 
• Kunsthaar-Extensions: Diese lassen sich nicht mit herkömmlichen Haarfarben, Intensivtönungen oder Direktziehern einfärben. Synthetikfasern bestehen aus Kunststoff (wie Polyester oder Acryl). Sie nehmen klassische Haarfarben nicht an und können bei Kontakt mit Chemikalien schmelzen oder irreparabel beschädigt werden.
 

2. Anlagernde Farben statt Blondierung wählen

Vermeide aggressive chemische Prozesse, insbesondere das Blondieren oder Aufhellen der Extensions.
 
• Dunkler färben oder Farbton anpassen (Sicher): Eine pigmentanlagernde Farbe, eine Intensivtönung oder eine demi-permanente Tönung ohne Aufhellung ist die sicherste Wahl. Sie lagert lediglich Farbpigmente an, ohne die Struktur aufzuhellen, und birgt somit ein minimales Risiko.
 
• Aufhellen oder Blondieren (Hohes Risiko): Wenn die gewünschte Farbe deutlich heller ist als der aktuelle Ton der Extensions, müsste das Haar zuerst blondiert werden. Da Extensions vor dem Verkauf meist schon werkseitig chemisch behandelt und aufgehellt wurden, ist ihre Haarstruktur bereits beansprucht. Ein zusätzliches Blondieren kann zu extremer Trockenheit oder Haarbruch führen.
 

3. Die Verbindungsstellen schützen

Wenn die Extensions bereits im Eigenhaar eingearbeitet sind, musst du die jeweilige Einarbeitungsmethode unbedingt berücksichtigen:
 
• Halte Farbmischungen, Entwickler (Oxidanten) und Pflegeöle strikt von Tape-Streifen, Keratin-Bondings, Microrings oder Klebestellen fern.
 
• Chemische Produkte können diese Verbindungsstoffe aufweichen, schwächen oder anlösen, wodurch die Extensions vorzeitig herausrutschen. Halte dich immer an die spezifischen Pflege- und Anwendungshinweise des Herstellers.
 

4. Zuerst eine Probesträhne testen

Selbst wenn Eigenhaar und Extensions optisch exakt denselben Farbton haben, nehmen sie die Farbe aufgrund unterschiedlicher chemischer Vorbehandlungen und Porositäten unterschiedlich schnell und intensiv auf.
 
• Führe immer zuerst einen Test an einer unauffälligen Probesträhne der Extensions (oder einer Ersatz-Clip-in-Strähne) durch, bevor du das gesamte Haar färbst.
 
• So kannst du die Einwirkzeit überprüfen, unerwünschte Farbabweichungen rechtzeitig erkennen und sicherstellen, dass die Haarstruktur gesund bleibt.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarverlängerungen