Kopfhautmassage

Stylist gibt einer Kundin eine Kopfhautmassage am Waschbecken
Bild: Sfrolov/Shutterstock
F: Warum massieren viele Friseure eigentlich deine Kopfhaut beim Haarewaschen? Machen sie das nur, weil es sich gut anfühlt, oder bringt es auch wirklich etwas für deine Haargesundheit? Solltest du deine Kopfhaut beim Waschen auch selbst massieren? Und musst du dabei bestimmte Techniken beachten, um Haarbruch zu vermeiden?
 
A: Die Vorteile einer Kopfhautmassage sind weitgehend bekannt und mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Oft wird angenommen, dass die Massage primär die Durchblutung anregt, um Nährstoffe besser zu transportieren. Die Forschung zeigt jedoch, dass der Hauptvorteil durch sogenannte Mechanotransduktion entsteht: Das mechanische Dehnen der Follikelzellen regt gezielt Gene an, die für ein kräftigeres Haarwachstum sorgen.
 
Eine Kopfhautmassage lässt dein Haar zwar nicht über Nacht wie durch ein Wunder wachsen, aber kleinere wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Massagen über mehrere Monate hinweg den Durchmesser des einzelnen Haares leicht erhöhen können. Abgesehen von der Haarsubstanz selbst schafft eine gesunde, ausbalancierte Kopfhaut schlichtweg die ideale Basis für ein optimales Haarwachstum.
 

Die richtige Technik bei der Haarwäsche

Die Haarwäsche am Rückwärtswaschbecken im Salon oder unter der heimischen Dusche ist der perfekte Zeitpunkt für eine Kopfhautmassage, da das feuchte Shampoo für die nötige Gleitfähigkeit sorgt. So können deine Fingerkuppen mühelos über die Kopfhaut gleiten.
 
Der Schlüssel liegt darin, mit den Fingerbeeren zu arbeiten - niemals mit den Fingernägeln - und die Bewegungen klein sowie sanft zu halten. Kreisförmige Bewegungen mit leichtem bis mittlerem Druck reichen völlig aus.
 
Vermeide starkes Rubbeln oder zu große, hektische Bewegungen, da diese das Haar verknoten und zu Haarbruch führen können - besonders wenn du langes, lockiges oder welliges Haar hast. Wundere dich außerdem nicht, wenn dabei ein paar Haare ausfallen. Die Massage löst lediglich die Strähnen, die sich ohnehin bereits am Ende ihres natürlichen Ausfallzyklus befanden.
 

Stressabbau und Entspannung

Neben der Haargesundheit bietet die Kopfhautmassage spürbare Wohlfühlvorteile. Sie löst Verspannungen in der Kopfmuskulatur und senkt nachweislich das Stresslevel. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich das Serviceritual beim Friseur oft so wunderbar luxuriös anfühlt. Schon wenige Minuten Stimulation der Kopfhaut können deine Stimmung sofort heben und für tiefe Entspannung sorgen.
 
Obwohl es sich großartig anfühlt, halten viele Salons die Haarwäsche im Alltag eher kurz, um den straffen Terminplan einzuhalten, denn jede extra Minute im Waschbereich summiert sich im Tagesgeschäft schnell. In Premium-Salons hingegen, in denen das pure Entspannungserlebnis im Fokus steht, gehört eine ausgiebige Kopfhautmassage fest zum Verwöhnprogramm.
 

So gelingt es dir zu Hause

Du brauchst keineswegs eine professionelle Massageausbildung, um diese Vorteile in deine tägliche Routine zu integrieren. Nimm dir beim Haarewaschen einfach ein bis zwei Minuten mehr Zeit, um deine Kopfhaut sanft zu stimulieren. Arbeite dich dabei systematisch von den Schläfen über den Oberkopf bis hinunter in den Nacken vor.
 
Achte darauf, die Kopfhaut sanft über dem Schädelknochen zu bewegen, anstatt mit den Fingern über die Haare zu reiben. Wenn du deine Haare nicht täglich wäschst, kannst du die Massage genauso gut im trockenen Haar oder mit ein paar Tropfen eines leichten Kopfhautserums bzw. Kopfhautöls durchführen.
 
Verzichten Sie auf Kopfhautmassagen, wenn Ihre Kopfhaut durch Erkrankungen wie Schuppenflechte oder starke Schuppen gereizt ist.
 
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