Mehr Standkraft aufbauen

Haareschneiden für mehr Höhe
Bild: Schankz/Shutterstock
F: Wie schneidest du das Deckhaar, um mehr Höhe aufzubauen? Egal wer mich schneidet oder wie: Die Seiten und der Hinterkopf haben Fülle, aber das Haar am Oberkopf liegt von Jahr zu Jahr flacher an. Die meisten Friseure verpassen mir zwei getrennte Haarschnitte: Einen für die Seiten und den Nacken und einen für den Oberkopf. Aber oben bleibt es einfach platt und kraftlos.
 
A: Um generell mehr Höhe in eine Frisur zu bringen, musst du das Haar auf eine Länge kürzen, bei der es sich durch die eigene Standkraft selbst trägt. Ist das Haar am Oberkopf zu lang, zieht die Schwerkraft es nach unten und es wirkt platt. Ist es hingegen zu kurz geschnitten, fehlen Gewicht und Dichte, um sich gegenseitig abzustützen und das Haar klappt einfach auf die Kopfhaut weg. Die optimale Länge zu finden, ist hier der entscheidende Schlüssel.
 
Mit den Jahren verändert sich unser Haar häufig. Kräftiges Haar wird feiner in der Struktur, der Durchmesser der einzelnen Haare nimmt ab und die Haardichte geht zurück. Das passiert besonders am Oberkopf, wo anlagenbedingter Haarausfall am häufigsten auftritt. Haar, das früher voller Sprungkraft war, wird schlaffer. Diese Veränderungen sind völlig normal. Sie bedeuten aber, dass die Schnitt- und Stylingtechniken von früher heute nicht mehr dasselbe Ergebnis bringen.
 

Schnitttechniken

Die Schnitttechnik macht einen gewaltigen Unterschied. Du kannst mit vertikalen oder diagonalen Stufen überschüssiges Gewicht wegnehmen und gleichzeitig genug Länge fürs Styling erhalten. Techniken wie Pointen oder Einkerben (Notching) erzeugen unterschiedliche Längen, sodass kürzere Stützhaare von unten her die längeren Strähnen stützen und Fülle aufbauen.
 
Allerdings musst du diese Techniken sehr vorsichtig einsetzen. Werkzeuge wie die Effilierschere oder starkes Slicen solltest du bei feinem oder reiferem Haar generell meiden. Zu starkes Texturieren nimmt dem Haar die Dichte, zerstört das strukturelle Fundament für das Volumen und lässt das Deckhaar ausgedünnt wirken.
 

Chemische Behandlungen

Oft reicht es schon, das Haar durch den richtigen Schnitt zu erleichtern, damit es fülliger wirkt. Manchmal braucht es aber zusätzliche Behandlungen, um Strukturveränderungen auszugleichen. In deinem Fall könnte eine Teilwelle oder Ansatzwelle gezielt am Oberkopf helfen.
 
Eine milde Säuredauerwelle auf großen Wicklern lässt die Haarstruktur leicht anquellen, raut die Schuppenschicht sanft auf und sorgt für eine optische Haarverdickung; ganz ohne dass das Haar lockig wird. Dieser dezente Strukturaufbau hilft dem Deckhaar, sich der Fülle an Seiten und Hinterkopf anzupassen, und erleichtert das Anföhnen am Ansatz enorm.
 
Hinweis: Wenn dein Haar coloriert oder mit Strähnen blondiert ist, solltest du vorab unbedingt ein Probesträhnchen anfertigen lassen. Chemisch behandeltes Haar nimmt die Wellflüssigkeit viel schneller an und neigt zu Haarschäden.
 

Stylingprodukte

Auch die Produkte und die tägliche Routine spielen eine große Rolle. Volumenshampoos in Kombination mit leichten, silikonfreien Conditionern (nur in die Längen und Spitzen geben, nie an den Ansatz!) verhindern, dass das Haar beschwert wird.
 
Meide schwere Cremes, Pomaden, Öle oder silikonlastige Produkte auf der Kopfhaut. Greif stattdessen zu leichtem Mousse, Volumenschaum oder einem Ansatzspray mit Polymeren, das du direkt vor dem Föhnen auf den feuchten Ansatz aufträgst. Für den Extra-Kick sorgen Trockenshampoo oder Volumenpuder im trockenen Haar. Sie geben sofortigen Grip und Griffigkeit.
 

Föhntechnik

Die Föhntechnik ist genauso wichtig wie der Schnitt selbst. Hebe das Haar im 90-Grad-Winkel steil von der Kopfhaut ab oder lenke es mit einer Skelett- oder Rundbürste zur gegenüberliegenden Seite über, während du die warme Luft direkt auf die Ansatzzone richtest.
 
Auch das Föhnen über Kopf maximiert das Volumen, weil das Haar entgegen der Wuchsrichtung trocknet und aufgestellt wird. Sobald das Haar zu 100 % trocken ist, fixierst du die Form und die Ansatzzone mit der Kaltstufe deines Föhns.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar schneiden