Nach außen drehende Haarspitzen

A: Was du bei deinen Haaren beobachtest, kommt sehr häufig vor und verrät etwas Spannendes über deinen individuellen Haartyp. Dein Haar besitzt sehr wahrscheinlich eine natürliche Wellung oder eine leichte Lockenstruktur. Wie stark sich diese Textur zeigt, kann entlang der Haarlänge jedoch stark variieren.
Länge und Gewicht
Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren kann dein Haar im Längenbereich weitgehend glatt fallen, während sich die Spitzen deutlich nach außen biegen oder wegdrehen. Länge und Eigengewicht nehmen nämlich einen enormen Einfluss darauf, wie sich deine Wellen legen.Wächst das Haar länger, zieht das Eigengewicht die einzelnen Strähnen nach unten und streckt sie. Allerdings ist es nicht ganz so einfach, als würde die Schwerkraft eine Welle oder Locke buchstäblich glattziehen. Auch die grundlegende Struktur der Haarfaser selbst gibt den Ausschlag.
Stell dir jedes Haar wie ein flexibles Band mit dem natürlichen Drang vor, sich zu biegen. Länge und Gewicht beeinflussen, wie stark dieser Drang im Längenbereich sichtbar wird. Die Spitzen hingegen haben volle Bewegungsfreiheit, da kein weiteres Gewicht mehr an ihnen zieht. Genau deshalb siehst du diesen Schwung an den Enden; ganz egal, ob dein Haar schulterlang oder bis zur Taille geschnitten ist.
Haarschnitt und Reibung
Das genaue Erscheinungsbild hängt auch stark davon ab, wie dein Haar geschnitten ist. Stufenschnitte, Effilieren (Ausdünnen) oder eine sehr kompakte Schnittkante (Blunt Cut) verändern das Fallverhalten der Haarspitzen grundlegend. Ein kompakter Schnitt lässt alle Haare auf einer einheitlichen Linie enden, sodass die Spitzen aneinanderdrücken oder auf den Schultern aufstehen.Das verstärkt diesen Schwung nach außen noch zusätzlich. Haar, das auf Schulter- oder Schlüsselbeinlänge aufliegt, dreht sich besonders leicht nach außen, da die ständige Reibung und das Aufsitzen auf der Kleidung die Spitzen förmlich nach außen drücken.

Haarschädigung und Umwelteinflüsse
Die Haargesundheit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle bei diesem Verhalten. Haar, das gefärbt, blondiert oder übermäßiger Hitze ausgesetzt wurde, leidet häufig unter Strukturschäden. Dadurch wird die Haarsubstanz geschwächt und verhält sich unvorhersehbar.Schäden, die sich in den Längen und Spitzen konzentrieren (wie Spliss und starke Trockenheit), führen dazu, dass das Haar seine natürliche Spannkraft und Stabilität verliert. Solch geschädigte Spitzen nehmen Luftfeuchtigkeit viel schneller auf als das gesunde Haar in Ansatznähe.
Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit verstärken diesen Effekt massiv. Die Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft reagiert mit den Haarfasern und löst vorübergehend deren innere Wasserstoffbrückenbindungen, was die Form und das Fallverhalten der Haare verändert. Luftfeuchtigkeit kann Naturwellen oder Locken plötzlicher hervortreten lassen oder das Haar frizzig wirken lassen.
Styling-Tipps
Wenn du mit weitgehend glattem Haar zufrieden bist, das sich nur an den Spitzen sanft aufdreht, ist das eine wunderbare Eigenschaft. Dein Haar fällt in der Hauptlänge schön glatt, während die Spitzen für lebendige, natürliche Bewegung sorgen.Möchtest du hingegen einen komplett glatten Look erzielen, reicht meist schon ein kurzes Finish mit dem Glätteisen oder das Ausföhnen über eine Rund- oder Paddelbürste, um die hochgedrehten Spitzen zu bändigen. Bedenke dabei jedoch, dass regelmäßiges Hitzestyling die Haarstruktur auf Dauer belastet. Arbeite daher am besten immer mit moderater Temperatur und verwende stets einen hochwertigen Hitzeschutz.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu lockigem Haar