Stillen und Haarfarbe

A: Das Stillen an sich ist nicht dafür bekannt, dass das Haar farbabweisend wird oder die Nuance gar nicht erst annimmt. Allerdings können die Schwangerschaft und die Zeit nach der Entbindung den natürlichen Haarzyklus sowie manchmal auch die Haarstruktur, die Porosität und den allgemeinen Haarzustand spürbar verändern.
Ein verstärkter Haarausfall nach der Entbindung (medizinisch als postpartales telogenes Effluvium bezeichnet) ist ebenfalls sehr häufig. Er erreicht meist etwa drei bis vier Monate nach der Geburt seinen Höhepunkt, wenn die Haarfollikel langsam wieder aus der Ruhephase in ihren normalen Wachstumsrhythmus übergehen.
Auch wenn dieser Haarausfall absolut nichts damit zu tun hat, wie gut dein Haar die Farbe annimmt, kann das Auftragen chemischer Präparate auf ohnehin geschwächtes oder dünner werdendes Haar zu zusätzlichem Haarbruch führen. Wenn du aktuell unter starkem Haarausfall leidest, solltest du eventuell auf sanftere Alternativen wie eine schonende Intensivtönung oder Foliensträhnen ohne Kopfhautkontakt ausweichen, bis sich der Haarausfall wieder normalisiert hat.
Was die gesundheitliche Sicherheit während der Stillzeit angeht, geben vorliegende wissenschaftliche Erkenntnisse Entwarnung. Zwar existieren keine groß angelegten Studien, die chemische Inhaltsstoffe von Haarfarben speziell in der Muttermilch messen, doch bei einer sachgemäßen Anwendung auf gesunder, intakter Kopfhaut gelangen lediglich verschwindend geringe, unbedenkliche Mengen in deinen Blutkreislauf. Dementsprechend gilt es als äußerst unwahrscheinlich, dass relevante Mengen davon tatsächlich in die Muttermilch übergehen.
Da du durch hormonelle Schwankungen und Veränderungen des Immunsystems plötzlich empfindlicher oder allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe reagieren kannst, ergeben ein paar zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen durchaus Sinn:
• Mache eine Probesträhne und einen Hautverträglichkeitstest: Eine Probesträhne zeigt dir vorab, wie die Farbe auf deine veränderte Haarstruktur reagiert und wie das Farbergebnis ausfällt. Ein 48-Stunden-Hauttest stellt sicher, dass du keine neue Kontaktallergie oder Überempfindlichkeit gegen das Produkt entwickelt hast.
• Überprüfe den Zustand deiner Kopfhaut: Trage Blondierungen oder permanente Haarfarben niemals auf gereizte, trockene oder verletzte Haut auf. Sollte deine Kopfhaut empfindlich oder entzündet sein, wähle lieber Freihandtechniken wie Balayage oder klassische Foliensträhnen, bei denen das Produkt nicht direkt mit der Haut in Berührung kommt.
• Achte auf ausreichende Belüftung: Starke chemische Dämpfe (wie beispielsweise Ammoniak) können sowohl bei dir als auch bei deinem Baby Übelkeit oder Reizungen der Atemwege auslösen. Färbe deine Haare daher grundsätzlich nur in einem gut belüfteten Raum oder direkt im Salon.
• Halte die Einwirkzeiten punktgenau ein: Lass chemische Behandlungen niemals länger auf dem Haar und der Kopfhaut einwirken, als es vom Hersteller in der Gebrauchsanweisung vorgegeben wird.
Wenn du unter einer speziellen Hauterkrankung oder starken Kopfhautreizungen leidest oder bezüglich einer bestimmten chemischen Behandlung unsicher bist, besprich deine individuelle Situation am besten vorab mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
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Siehe auch: Haare und Schwangerschaft