Sonnenschutz für deine Haare

A: Ja, absolut! Es gibt mittlerweile viele professionelle Marken, die spezielle Haarpflegeprodukte mit integriertem UV-Filter anbieten. Sie wurden gezielt dafür entwickelt, die Haarfaser vor den schädlichen Folgen intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Die Palette reicht von leichten Leave-in-Sprays und pflegenden Haarölen bis hin zu intensiv regenerierenden Haarkuren und Masken.
• UVA-Strahlen dringen tief in den Faserstamm ein und zersetzen die Melanine. Also die natürlichen sowie künstlichen Farbpigmente im Haarinneren. Das führt dazu, dass sowohl Naturhaar als auch coloriertes Haar ausbleicht, an Strahlkraft verliert oder einen unerwünschten Gelb- bzw. Rotstich entwickelt.
• UVB-Strahlen schädigen direkt die Keratinstruktur; den essenziellen Baustein, aus dem dein Haar hauptsächlich besteht. Dieser Proteinverlust entzieht der Haarfaser wichtige Feuchtigkeit. Die Längen und Spitzen werden spröde, strohig und neigen zu Spliss sowie Haarbruch. Zudem sorgen UVB-Strahlen dafür, dass die Farbnuance an der Haaroberfläche schneller verblasst.
Ein zuverlässiger UV-Schutz ist besonders unverzichtbar, wenn du gefärbtes, blondiertes, dauergewelltes oder anderweitig chemisch behandeltes Haar hast. Durch solche Behandlungen ist die äußere Schuppenschicht bereits beansprucht oder leicht geöffnet, was die Porosität des Haares erhöht.
Das Haar ist dadurch wesentlich anfälliger für oxidative Schäden, was durch ausgiebige Sonnenbäder noch verstärkt wird. Die Folge: Die Nuance wäscht sich schneller aus oder verändert sich unschön. Und das möchte man natürlich vermeiden, besonders wenn man gerade viel Geld beim Friseur für eine professionelle Koloration investiert hat!
Bedenke jedoch, dass der Lichtschutzfaktor (LSF / SPF) auf solchen Produkten nicht bedeutet, dass du genau diese Anzahl an Minuten bedenkenlos in der prallen Sonne bleiben kannst. Der LSF ist ein standardisierter Messwert für den Eigenschutz der Haut vor Sonnenbrand und lässt sich nicht 1:1 auf die Proteinstruktur der Haare übertragen. Unter Laborbedingungen bedeutet LSF 15 lediglich, dass die 15-fache Menge an UVB-Strahlung nötig ist, um eine Reaktion hervorzurufen. Im Alltag fällt dieser Schutz durch Wind, Schweiß und Reibung meist geringer aus.

Nasses Haar ist noch um ein Vielfaches empfindlicher für Sonnenschäden. Wenn du im Pool oder im Meer schwimmst, entziehen Chlor und Salzwasser dem Haar seinen natürlichen Hydrolipidfilm. Dadurch können die UV-Strahlen ungehindert und noch tiefer in das Haar eindringen. Ein einfacher, aber hochwirksamer Tipp: Spüle dein Haar sowohl vor als auch direkt nach dem Schwimmen gründlich mit klarem Süßwasser aus – das sättigt die Haarfaser und bremst diesen Austrocknungseffekt spürbar aus.
Haarpflegeprodukte mit UV-Filter bieten einen hervorragenden Zusatzschutz. Dennoch bleibt eine der simpelsten und effektivsten Methoden an langen Sommertagen: Schütze dein Haar mit einem Sonnenhut mit breiter Krempe oder einem stylischen Tuch. Für den maximalen Rundum-Schutz kombinierst du eine passende Kopfbedeckung am besten direkt mit einem schützenden Leave-in-Produkt.
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Siehe auch:
Sommerhaarpflege
Was man im Sommer für Haut und Haare haben muss
Wird das Haar heller, wenn man lange in der Sonne bleibt?