Schilddrüsenerkrankung

A: Diese Veränderungen können typische Symptome einer Schilddrüsenerkrankung sein. Schilddrüsenprobleme sind zwar nur eine von vielen möglichen Ursachen für Haarausfall, sie zeigen jedoch oft sehr charakteristische Muster. Ein diffus ausdünnendes Haarbild auf dem gesamten Oberkopf, deutliche Veränderungen der Haarstruktur - wie trockenes, brüchiges oder sprödes Haar - sowie das Ausfallen der Augenbrauen (besonders im äußeren Drittel) können auf eine Störung der Schilddrüse hindeuten.
Wie Schilddrüsenhormone das Haarwachstum beeinflussen
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine häufige Ursache für Haarprobleme, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann zu einem großflächigen Lichtwerden der Haare führen. Allerdings treten diese Symptome nicht ausschließlich bei Erkrankungen der Schilddrüse auf. Da ein verringertes Haarvolumen und diffuser Haarausfall oft durch verschiedene, sich überschneidende Faktoren entstehen, sollte die Schilddrüsenfunktion immer dann gründlich abgeklärt werden, wenn deine Symptome oder deine Krankengeschichte darauf hinweisen.Stell dir deine Schilddrüse wie den Regler für viele Stoffwechselprozesse in deinem Körper vor. Läuft sie zu langsam, fährt der gesamte Organismus herunter. Dadurch teilen sich auch die Zellen in den Haarfollikeln deutlich langsamer. Die Folge: trockenes, strohiges Haar, ein nachlassendes Haarvolumen sowie eine sichtbare Ausdünnung im äußeren Drittel der Augenbrauen.
Vielleicht bemerkst du auch weitere typische Anzeichen einer Unterfunktion. Etwa grundlose Müdigkeit, verstärktes Frieren, Gewichtszunahme, gedrückte Stimmung oder depressive Verstimmungen, Verstopfung, trockene Haut, Muskelschwäche oder eine raue, heisere Stimme. Da diese Symptome jedoch sehr unspezifisch sind und ebenso bei Nährstoffmängeln oder einer Anämie (Blutarmut) vorkommen können, sind sie allein noch kein eindeutiger Beweis für eine Schilddrüsenstörung.
Diagnostik, Behandlung und das Nachwachsen der Haare
Es gibt einen einfachen und sehr präzisen Bluttest zur Überprüfung deiner Schilddrüsenwerte. Die wichtigste Erstuntersuchung ist dabei die Bestimmung des TSH-Werts (Thyreotropes Hormon). Ist dieser Wert auffällig, veranlasst dein Arzt weitere gezielte Laboruntersuchungen. Ein jährliches Routinescreening ist zwar nicht für jeden notwendig, eine Blutuntersuchung ist jedoch absolut sinnvoll, wenn du entsprechende Symptome oder Risikofaktoren aufweist oder Medikamente einnimmst, die die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können.Wenn dein Haarausfall tatsächlich mit einer Unterfunktion zusammenhängt, ist die gezielte medizinische Behandlung der Schilddrüse der entscheidende erste Schritt. Bei den meisten Menschen stoppt der Haarausfall und die Haardichte erholt sich wieder, sobald der Hormonspiegel im Körper im Gleichgewicht ist. Da der biologische Haarzyklus jedoch langsam verläuft, dauert es nach Behandlungsbeginn meist 3 bis 6 Monate, bis wieder sichtbar neues Haar nachwächst.
In den ersten Wochen der Medikamenteneinnahme kann es sogar vorübergehend zu einem verstärkten Haarwechsel kommen. Das ist völlig normal. Die neu nachwachsenden Haare schieben dabei die alten, inaktiven Haare aus den Follikeln der Kopfhaut.
Die Standardtherapie bei einer Unterfunktion ist der Ersatz der fehlenden Hormone durch synthetische Schilddrüsenhormone, meist Levothyroxin. Um die optimale Dosierung einzustellen, wird das Blut etwa 6 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn oder nach einer Dosisanpassung erneut kontrolliert.
Einige Formen der Hypothyreose (wie eine Schilddrüsenentzündung nach einer Schwangerschaft oder vorübergehende medikamentöse Nebenwirkungen) sind temporär, während andere (insbesondere autoimmune Hypothyreosen) eine lebenslange Therapie erfordern.
Suche einen Arzt auf
Wenn du diese Symptome bei dir wiedererkennst, solltest du mit der medizinischen Abklärung nicht warten. Schilddrüsenprobleme sind häufig genetisch bedingt. Informiere deinen Arzt also unbedingt darüber, falls Verwandte an einer Hypothyreose, einer Autoimmunerkrankung oder allgemeinen Schilddrüsenleiden erkrankt sind. Ein Fall in der Familie erhöht zwar dein Risiko, bedeutet aber keineswegs zwangsläufig, dass du ebenfalls erkrankst.Dein Hausarzt kann deine Symptome als erste Anlaufstelle beurteilen und die passenden Blutwerte anfordern. Auch ein Dermatologe (Hautarzt) ist eine wichtige Adresse, wenn der Haarausfall dein Hauptanliegen ist. Er kann gleichzeitig abklären, ob weitere Faktoren wie ein Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel oder eine androgenetische Alopezie (anlagebedingter Haarausfall) vorliegen. Ein auf Haare und Kopfhaut spezialisierter Dermatologe (Trichologe) kann mittels einer genauen Kopfhautuntersuchung alle beteiligten Ursachen exakt ermitteln.
Diese Antwort dient ausschließlich Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall