Haare färben ohne Schäden

Verschiedene Haarfarben
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F: Wie oft kann ich meine Haare färben, bevor sie Schaden nehmen? Ich färbe meine Haare etwa alle sechs Monate. Ist das gut oder schlecht? Und bringt Haarefärben etwas bei fettigem Haar?
 
A: Alle sechs Monate nachzufärben ist ein sehr schonender, pflegeleichter Rhythmus, mit dem du definitiv im grünen Bereich liegst. Im Salon empfehlen Friseurinnen und Friseure meist einen Abstand von 4 bis 8 Wochen. Diese Angaben sind allerdings eher flexible Richtwerte als starre Regeln.
 
Wie oft du nachfärben solltest, hängt maßgeblich vom aktuellen Haarzustand und der jeweiligen Färbetechnik ab. Stark poröses, trockenes oder bereits geschädigtes Haar benötigt längere Pausen zwischen den Behandlungen, während gesundes, kräftiges Haar normale Abstände problemlos verträgt.
 

Branchenstandards nach Farbtyp

Da die verschiedenen Farbtechniken unterschiedlich tief in die Haarstruktur eingreifen, gelten je nach Produktkategorie unterschiedliche Zeitabstände:
 
• Blondierung & Aufhellung (6 bis 10 Wochen Pause): Beim Blondieren werden die natürlichen Farbpigmente (Melanine) durch das Aufbrechen der chemischen Bindungen im Haar abgebaut. Das ist die Behandlung mit dem höchsten Risiko für Strukturschäden. Trage die Blondierung daher immer nur auf den nachgewachsenen Ansatz auf und überlappe niemals auf bereits blondierte Längen. Das führt zu extremer Schwächung der Haarfaser und im schlimmsten Fall zu Haarbruch.
 
• Permanente Haarfarbe / Dauerhafte Koloration (4 bis 8 Wochen Pause): Dauerhafte Kolorationen öffnen die Schuppenschicht mithilfe von Ammoniak oder ähnlichen alkalischen Wirkstoffen, um die Farbpigmente tief im Haarinneren zu verankern. Um Trockenheit und Spliss zu vermeiden, solltest du bei der Ansatzfärbung wirklich nur den naturbelassenen Nachwuchs behandeln. Wenn nötig, frische die Längen und Spitzen lieber mit einer milderen Tönung oder einem Glossing auf.
 
• Intensivtönung / Demi-Permanente Farbe (4 bis 6 Wochen Pause): Intensivtönungen arbeiten mit einem schwach dosierten Entwickler. Sie lagern die Pigmente direkt unter der Schuppenschicht an, ohne die Naturhaarfarbe aufzuhellen. Sie waschen sich nach etwa 12 bis 24 Haarwäschen gleichmäßig aus, sind sehr schonend und eignen sich perfekt zum Abmattieren oder Auffrischen verblasster Längen.
 
• Schaumtönung, Glossing & Toner (3 bis 4 Wochen Pause): Diese Produkte lagern die Pigmente rein äußerlich an der Schuppenschicht an, ganz ohne Ammoniak oder Wasserstoffperoxid. Sie bieten ein minimales Schädigungsrisiko und können regelmäßig genutzt werden, um dem Haar neuen Glanz, Nuancierung und frische Reflexe zu verleihen.
 
• Direktziehende Tönung / Semipermanente Farbe (Beliebig oft anwendbar): Temporäre Farben arbeiten mit großen Farbmolekülen, die sich lediglich außen um das Haar legen und sich nach 1 bis 3 Haarwäschen komplett auswaschen. Da sie ohne chemische Entwickler auskommen, verursachen sie keinerlei Strukturschäden.
 
Färberhythmus für Haare
 

Die Gesundheit deiner Haare im Fokus

Achte lieber auf das Feedback deiner Haare als auf einen starren Kalender:
 
• Warnsignale: Wenn deine Haare im nassen Zustand gummiartig elastisch wirken, leicht brechen, Spliss zeigen oder sich extrem strohig anfühlen, lege sofort eine Pause bei allen chemischen Behandlungen ein. Selbst wenn der gewohnte Rhythmus von 4 bis 8 Wochen bereits verstrichen ist.
 
• Aufbaupflege: Nutze zwischen deinen Farbterminen Bond-Builder und intensive Haarkuren, um die Haarstruktur gezielt von innen heraus zu stärken und sie ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.
 
• Stimme deine Routine ab: Gesundes Haar mit geringer Porosität verkraftet kürzere Abstände meist problemlos, während schädigungsanfälliges Haar längere Erholungsphasen zwischen den Behandlungen benötigt.
 

Hilft Färben bei fettiger Kopfhaut?

Eine Coloration ist kein Heilmittel und keine gezielte Behandlung gegen fettige Kopfhaut. Das Sebum (Kopfhautfett) entsteht direkt in den Talgdrüsen der Kopfhaut. Eine Haarfarbe kann diese Talgproduktion weder verlangsamen noch stoppen.
 
Allerdings rauen chemische Farben die Haaroberfläche vorübergehend an und quellen die Haarfaser leicht auf, wodurch Fett von der Oberfläche aufgenommen werden kann. Durch diese angeraute Struktur kann der Talg zudem nicht mehr so leicht vom Ansatz in die Längen gleiten. Dadurch wirkt das Haar nach dem Färben kurzzeitig weniger fettig, obwohl die Talgdrüsen nach wie vor dieselbe Menge Fett produzieren.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben