Haare mit kaltem Wasser waschen

Frau beim Haarewaschen
Bild: B-D-S Piotr Marcinski/Shutterstock
F: Ist es besser, die Haare mit kaltem Wasser zu waschen? Ich weiß, dass kaltes Ausspülen für mehr Glanz sorgt, aber macht eine komplette Haarwäsche mit kaltem Wasser mein Haar noch glänzender und gesünder?
 
A: Abhängig vom Zustand deiner Haare und deiner Kopfhaut kann kaltes Wasser beim Shampoonieren tatsächlich die Reinigungswirkung verschlechtern. Kälte führt dazu, dass sich der körpereigene Talg (Sebum) verfestigt. Dadurch kann das Shampoo ihn schwerer aufspalten und auswaschen. Wenn du dein Haar lieber kühler wäschst, es sich danach aber fettig anfühlt, hilft dir ein Tiefenreinigungsshampoo alle ein bis zwei Wochen, um sämtliche Produkt- und Talg-Rückstände gründlich zu entfernen.
 
Für die meisten ist das Haarewaschen mit angenehm warmem Wasser und einem anschließenden kalten Abschlussguss die beste Methode. Warmes Wasser löst Talg, Schmutz, Schweiß und Stylingprodukte optimal an, sodass das Shampoo Haar und Kopfhaut effektiver reinigen kann.
 
Kaltes Wasser schließt die Schuppenschicht zwar nicht physisch - da die Schuppen keine aktiven Zellen sind, die sich je nach Temperatur öffnen oder schließen -, aber ein gründliches kühles Nachspülen entfernt Produktreste vollständig, sodass die Haaroberfläche glatter anliegt. Eine glattere Oberfläche reflektiert das Licht gleichmäßiger. Genau deshalb wirkt das Haar nach dem kühlen Ausspülen deutlich glänzender. Zudem bleiben Pflegestoffe besser am Haar haften, was ihm spürbare Geschmeidigkeit verleiht und für eine bessere Kämmeffizienz sorgt.
 
Auch die individuelle Haarstruktur spielt bei der Wahl der idealen Wassertemperatur eine wichtige Rolle:
 
• Feines oder fettiges Haar: Profitiert vom Waschen mit warmem Wasser, um überschüssigen Talg gründlich zu entfernen und dem Haar Leichtigkeit zu verleihen.
 
• Trockenes, lockiges, krauses, coloriertes oder chemisch behandeltes Haar: Hier unterstützen lauwarmes Wasser beim Waschen und ein kühler Abschlussguss, um dem Feuchtigkeitsverlust entgegenzuwirken und ein weiteres Austrocknen der Haarstruktur zu verhindern.
 
Zu heißes Wasser solltest du unabhängig von deinem Haartyp unbedingt vermeiden, da es dem Haar die natürlichen Schutzöle entzieht sowie Haar und Kopfhaut stark austrocknet oder reizt. Zudem besteht eine unnötige Verbrennungsgefahr für die sensitive Kopfhaut.
 
Wirklich gesundes, glänzendes Haar hängt ohnehin viel mehr vom passenden Shampoo und Conditioner für deinen speziellen Haartyp, der richtigen Waschfrequenz, dem Schutz vor Hitzeschäden beim Styling sowie einer abgestimmten Pflegeroutine ab als rein von der Wassertemperatur. Die Temperatur macht zwar einen kleinen Unterschied im Finish, verändert die Haargesundheit an sich aber nicht dramatisch.
 
Trotzdem kenne ich viele, die komplett kalt duschen und das aus verschiedenen Gründen lieben: Vom belebenden Frischekick bis hin zum angenehmen Gefühl auf der Haut. Gerade an heißen Sommertagen kann eine kalte Dusche extrem wohltuend und erfrischend sein.
 
Ausschließlich kalt zu shampoonieren macht dein Haar also nicht spürbar glänzender oder gesünder, schadet ihm aber auch nicht. Wenn du diese Routine magst und deine Haare sowie deine Kopfhaut gut darauf reagieren, spricht absolut nichts dagegen.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch:
 
Welche Temperatur ist am besten um das Haar zu waschen: kalt, warm oder so heiss wie möglich?
 
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