Sonne & Haarwachstum

Blonde Frau genießt die Sonne
Bild: Zapylaiev Kostiantyn/Shutterstock
F: Wächst das Haar durch die Sonne schneller? Ist viel Zeit in der Sonne gut oder schlecht für das Haarwachstum?
 
A: Anders als manche vielleicht hoffen, wächst dein Haar nicht schneller, nur weil du Zeit in der Sonne verbringst. Deine Haarfollikel folgen ihrem ganz eigenen biologischen Zyklus. Das Haarwachstum wird nämlich durch körpereigene Faktoren wie Genetik, Hormone, Ernährung, Alter und deinen allgemeinen Gesundheitszustand gesteuert. Pflanzen nutzen Sonnenlicht zur Energiegewinnung durch Photosynthese. Menschliches Haar hingegen benötigt und nutzt kein Sonnenlicht, um das Wachstum anzukurbeln.
 
Das eigentliche Haarwachstum findet unter der Haut in den Haarfollikeln der Kopfhaut statt. Im Durchschnitt wächst das Haupthaar etwa 1,2 Zentimeter pro Monat, wobei das genaue Tempo von Mensch zu Mensch variiert. Viele berichten zwar im Sommer von einem gefühlt schnelleren Wachstum, doch diese minimale jahreszeitliche Veränderung liegt meist an der besseren Durchblutung der Kopfhaut durch die Wärme sowie an einem insgesamt höheren Vitamin-D-Spiegel im Körper. Die UV-Strahlung selbst beschleunigt das Wachstum hingegen nicht.
 
Dennoch hat die Sonneneinstrahlung erhebliche Auswirkungen auf deine Haarlängen, die Spitzen und die Gesundheit deiner Kopfhaut. Zu viel UV-Strahlung (sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen) kann zu deutlichen Schäden führen:
 
• Schädigung der Haarstruktur: Das Haar besteht größtenteils aus dem Protein Keratin. UVB-Strahlen spalten die wichtigen Disulfidbrücken und Aminosäuren im Haarinneren, während UVA-Strahlen die äußere Schuppenschicht angreifen. Exzessive Sonnenbäder hinterlassen das Haar geschwächt, trocken, rau, porös und extrem anfällig für Spliss und Haarbruch.
 
• Ausbleichen und Farbveränderungen: Sonnenlicht baut Melanin ab; das natürliche Pigment, das deinem Haar seine Farbe verleiht. Das sorgt zwar für natürliche Aufhellungen, allerdings ist diese Farbveränderung ein klares Zeichen für einen Sonnenschaden. Da die sichtbare Haarstruktur aus verhorntem, nicht regenerierbarem Keratingewebe besteht, kann das Haar diesen Schaden nicht mehr von selbst reparieren.
 
• Sonnenbrand auf der Kopfhaut und zusätzlicher Haarausfall: Die Kopfhaut ist besonders im Bereich des Scheitels oder bei lichtem Haar anfällig für Sonnenbrand. Ein Sonnenbrand löst lokale Entzündungen, oxidativen Stress und Reizungen im Gewebe aus. Ein leichter Sonnenbrand führt zwar selten zu dauerhaftem Haarausfall, aber eine akute Kopfhautentzündung durch schwere UV-Belastung kann ein telogenes Effluvium auslösen. Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Form von verstärktem Haarausfall, der oft erst 2 bis 3 Monate nach dem eigentlichen Sonnenschaden einsetzt.
 
• Wer am meisten gefährdet ist: Personen mit feinem, hellem oder chemisch behandeltem Haar (z. B. blondiertem, gefärbtem oder dauergewelltem Haar) sind besonders anfällig. Helles Haar enthält weniger schützendes Melanin, während chemische Behandlungen die Schuppenschicht und die Proteinstruktur bereits geschwächt haben. Dadurch wird das Haar doppelt anfällig für UV-Schäden.
 
Frau trägt einen Strohhut, um ihr Haar vor der Sonne zu schützen
 
Auch wenn Zeit in der Sonne das Haarwachstum nicht direkt beschleunigt, kann zu viel UV-Strahlung die Haarstruktur stark schädigen und das gesunde Mikromilieu der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen.
 
Um dein Haar und deine Kopfhaut draußen optimal zu schützen, reichen bereits einfache Maßnahmen: Trage eine Kopfbedeckung mit UV-Schutz, verwende spezielle Sonnenschutz- und Pflegeprodukte für Kopfhaut und Haar, meide die intensive Mittagssonne im Schatten und wasche Chlor- oder Salzwasser direkt nach dem Schwimmen gründlich aus.
 
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Siehe auch:
 
Wie sich Haar in der Sonne verhält
 
Kann die Sonnenbank dem Haar auf irgendeine Art schaden?
 
Gibt es so etwas wie einen Sun Block für das Haar?