Haar das Zeichen setzt

Langes, luxuriöses Haar das verführerisch gegen einen Schenkel streift, danach schreit angefasst zu werden und sich über das ganze Kissen verteilt, ist für viele Männer der Inbegriff weiblicher Schönheit und sexuellen Verlangens.
Jahrhunderte lang drückte langes Haar Sexappeal und volle Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und sexuelle Bereitschaft aus. Im Vergleich wurden Frauen mit kurzen Haaren traditionell weniger wohlmeinenden Blicken ausgesetzt und haben Männer sogar eingeschüchtert, da ein kurzhaariger Kopf die Lücke zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit schließt.
Auch wenn die Zeiten sich verändert haben, seit die Steinzeitmenschen die weibliche Sexualität mit gezeichneten Bildern von Frauen als begehrten Objekten feierten – je länger das Haar ist, umso begehrenswerter ist die Frau. Wenn wir nun das 21 Jahrhundert betrachten, so sind die Signale, die Frauen mit ihrem Haar aussehenden nicht mehr so „schwarz und weiss“ und was ganz wichtig ist, Männer empfangen diese Signale und passen sich zu gleichen Teilen an.
Ein kurzer Haarschnitt bei einer Frau galt lange als maskulin, eine urzeitliche Reaktion, die negative Empfindungen bei Männern hervorrief, die aber in unserer heutigen Gesellschaft immer weniger werden. Mit den Grenzen, die sich verwischen, ist denn das Haar einer Frau immer noch ein Ausdruck ihrer Sexualität?
Die Veränderte Rolle der Frau:
Um zum Kern der „fliessende Haare drücken mehr sexuelle Signale aus, als ein sexloser Kurzhaarschnitt“ Debatte zu kommen, müssen wir beleuchten, wie Frauen und ihre Rolle in unserer Zivilisation sich in den Jahrhunderten und vor allem den letzten Jahrzehnten verändert haben. „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter“ rief der Prinz der armen und passiven Prinzessin zu, deren fliessende lange Locken ein sprudelndes Symbol für Jungfräulichkeit, Sexualität und weibliche Unterwürfigkeit waren.

Die Französische Revolution im späten 18. Jahrhundert war eine Zeit der radikalen sozialen Veränderung in der Geschichte Europas und im Kielwasser der Revolution entschieden sich viele Frauen in England ihre Haare kurz zu schneiden. In den wilden 20er Jahren waren kurze Haare für Frauen ein Zeichen der Befreiung.
Auch heute noch, mit vielen Frauen in hohen beruflichen Positionen, kann die Frisur einer Frau immer noch ein Ausdruck der „Büro Politik“ sein. Kurze Frisuren, drücken nicht nur Power und Status aus, sondern sie strahlen auch voller Zuversicht und Selbstbewusstsein. Eine Konsequenz aus allem ist, das auch Männer immer mehr zu den starken Frauen mit kurzem Haar hingezogen sind und die langen, fliessenden Mähnen Konkurrenz haben.

Wenn Frauen wie Meg Ryan, Gwyneth Paltrow und Victoria Beckham mit einem kurzen Schnitt vor die Kameras treten, dann folgt sogleich eine Lawine von Frauen, die ganz schnell einen Termin beim Friseur haben wollen und wie die Berühmtheiten aussehen wollen. Kurzes Haar ist immer mal wieder in oder out und trends werden oft von den Haarmoden der Celebrities gesetzt.
Es muss hier allerdings erwähnt werden, dass die Phasen in der kurze Haare Fokus der Haarmode sind, meistens nicht lange anhalten und es geht immer wieder schnell zu langen Haaren zurück. Die genauen Gründe dafür sind uns nicht bekannt und es hat wahrscheinlich einfach mit dem ständigen Kommen und Gehen der Moden zu tun.
Lang oder kurz? Es ist einfach nur eine Frage des persönlichen Geschmacks:
Ein männlicher Starfriseur bezeichnete vor Kurzem Männer die Frauen mit kurzem Haar sexuell nicht anziehend finden als „phantasielose Monster“. Es ist nicht weit hergeholt, da die vielen Männer, die verrückt nach langen Haaren sind, die seidig über die Haut der Frau fliessen, oft in diese Kathegorie passen. Allerdings darf man nicht verallgemeinern.
Es gibt ebenso viele Männer, die kurze Schnitte absolut attraktiv finden und Frauen bewundern, die den Mut zu kurzem Haar haben. Auch wenn lange, seidige Mähnen als Symbol einer lebhaften und sexuell aktiven Frau betrachtet wurden, so werden Frauen, die mit kurzem Haar die alten Vorstellungen, festgefahrenen Ideen und Assoziationen auf den Kopf stellen immer attraktiver.

Ist kurzes Haar sexy?
Die Natur der Klischees macht es fast unmöglich, das damit verbundene Stigma los zu werden und Frisuren sind dabei keine Ausnahme. Es wird zum Beispiel gesagt, dass viele lesbische Frauen ihr Haar kurz tragen um „maskuliner“ zu wirken, was allerdings ein Mythos ist, wie die Idee, dass Frauen ihr Haar nach einer schlechten Beziehung schneiden um damit ein Zeichen zu setzen, dass sie nun Männern und Sex abschwören wollen.
Es gibt sicherlich viele Fälle, in denen Frauen zur Schere greifen, wenn sich ihr Leben radikal verändert, aber es ist vielmehr ein Ausdruck der neuen Freiheit und ein symbolisches Loslassen von der Vergangenheit, deren deutlichster Zeuge das Haar ist. Ob eine Person sexy ist, hat nicht nur mit dem Haar zu tun, was ja nur ein Teil des Gesamteindrucks ist. Eine selbstbewusste Frau mit einer gesunden Einstellung zu sich selbst und ihrem Körper ist sexy und anziehend, egal ob ihr Haar kurz oder lang ist.
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